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Wirtschaftsdüngeraufbringung auf Grünland ab dem 16.01.2018 auf Einzelantrag möglich

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen teilt mit:

Aufgrund der hohen Sommer-/Herbstniederschläge 2017 ist es möglich, auf Einzelantrag ab dem 16.01.2018 Wirtschaftsdünger auf Grünland aufzubringen, wenn die Sperrfrist im Herbst 2017 bereits ab dem 15. Oktober eingehalten wurde. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Sperrfrist auf der Grundlage der Düngeverordnung nicht verkürzt, sondern lediglich verschoben werden kann.

Hinsichtlich der Aufbringung sind folgende Auflagen einzuhalten:

– Aufbringung nur auf Grünland,

– Die Ausbringmenge ist auf max. 60 kg N/ha (Gesamtstickstoff) in der Zeit
vom 16.01.2018 – 31.01.2018 begrenzt,

– Die Bestimmungen der Düngeverordnung zur
Nährstoffaufnahmefähigkeit der Böden müssen weiterhin eingehalten
werden. Keine Ausbringung auf wassergesättigten, schneebedeckten
oder gefrorenen Böden,

– Bei gefrorenen Boden darf nur aufgebracht werden, wenn der Boden
durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähig wird. Auf
Flächen an Oberflächengewässern darf die Ausbringung nur unter
Einhaltung des nach Düngeverordnung vorgeschriebenen
Sicherheitsabstandes zwischen Ausbringungsfläche und
Böschungsoberkante erfolgen.

– Bei Breitverteilung müssen mindestens vier Meter Düngungsabstand zur
Böschungsoberkante eingehalten werden. Abweichend dazu kann der
Mindestabstand auf einen Meter verkürzt werden, soweit für das
Aufbringen Geräte genutzt werden, bei denen die Streubreite der
Arbeitsbreite entspricht oder die über eine Grenzstreueinrichtung
verfügen. Beträgt die Hangneigung innerhalb eines Abstandes von 20
Metern zur Böschungsoberkante mehr als 10 %, ist ein Mindestabstand
von fünf Metern einzuhalten.

– Ein Eintrag in Grüppen ist unbedingt zu vermeiden.

– Bei der Aufbringung sind sonstige Standortbedingungen und der
aktuelle Witterungsverlauf besonders zu berücksichtigen, um
oberflächige Nährstoffabflüsse zu verhindern,

– Die aufgebrachten Nährstoffmengen werden im Rahmen der
Düngebedarfsermittlung 2018 entsprechend DüV angerechnet.
Genehmigungsvorbehalte und Nutzungsbeschränkungen auf Grund
anderer Gesetze, Verordnungen oder Erlasse, insbesondere
Beschränkungen in Wasserschutz- und/oder Naturschutzgebieten,
bleiben unberührt.

Das Antragsformular finden Sie hier zum Download. Etwaige Anträge sind per Fax an die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu senden

Fax: 0441/801440 oder

Per Email: Hartwig.Fehrendt@lwk-niedersachsen.de

telefonische Nachfragen unter: 0441/801435 (Herr Fehrendt) oder 0441/801735 (Herr Eiler)

Die neue Düngeverordnung (DüVO): Kompakt zusammengefasst!

Wie bereits aus der Fachpresse zu entnehmen war, ist am 2. Juni 2017 die neue DüVO in Kraft getreten. Aktuell stehen die bundeseinheitlichen Vorgaben fest. Die einzelnen Bundesländer erstellen die Durchführungsverordnungen. Die für Niedersachsen wichtigen Einschränkungen bzw. Änderungen, die dringend zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2017/18 bzw. nach der Ernte 2017 beachtet werden müssen, haben wir im Folgenden zusammengefasst:

 

A: Neue Sperrfristen für Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt
(organisch, organisch-mineralisch (z.B. Klärschlamm) und mineralisch):

  • Dezember – 15. Januar für Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost (Ausbringung unabhängig von Vor- und Hauptfrucht, aber nur, wenn ein Düngebedarf besteht)
  • Grünland, mehrjähriges Feldfutter: 1. November – 31. Januar
  • allgemein Ackerland: nach der Ernte – 31. Januar (Ausnahme: wenn N-Düngebedarf besteht, maximal bis 60 kg/ha Gesamt-N oder 30 kg Ammonium-N möglich:
    – bis 1. Oktober zu W-Raps, Zw-Früchte, Feldfutter (bei Aussaat bis 15.9.) oder zu W-Gerste nach Getreide (bei Aussaat bis 1.10.)
    – bis zum 1. Dezember zu Gemüse

 

B: Neue schriftliche Düngebedarfsermittlung

Vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen (gemeint sind 50 kg N oder 30 kg P2O5/ha) ist der Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag (Schlag-Nr. aus „ANDI-Anlage 1a“ verwenden) bzw. jede Bewirtschaftungseinheit schriftlich zu ermitteln, dies gilt auch für die anstehende Herbstdüngung. Die Düngebedarfsermittlung ist auf Verlangen den Prüfbehörden ab sofort in Schriftform vorzulegen.

Bei der N-Düngebedarfsermittlung müssen folgende Einflüsse berücksichtigt werden:

  • N-Bedarfswerte aus Tabellenwerten (der alte Begriff „N-Sollwert“ wird durch das Wort „Bedarfswert“ ersetzt)
  • Ertragsniveau des Betriebes im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
  • N-min Gehalt des Bodens (Richtwerte oder eigene Analysen) -> Ackerkulturen
  • Rohproteingehalt im Durchschnitt der letzten 3 Jahre -> Grünland
  • Humusgehalt des Bodens
  • Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres
    (10 % der im Vorjahr aus organischen Düngern ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
  • Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrucht
  • N-Düngemenge, die nach der letzten Nutzung im Vorjahr (d.h. im Herbst) ausgebracht wurde.

Bei der P-Düngebedarfsermittlung müssen Standort, Erträge und Qualität berücksichtigt werden. Ab einem Bodengehalt > 20 mg/100g Boden P2O5 ist eine Phosphatdüngung nur in Höhe der voraussichtlichen Abfuhr zulässig. Ziehen Sie aktuelle Bodenproben (P, K, Mg, pH-Wert). Die Bodenproben sind die Grundlage der Phosphatdüngung!

 

C: Nährstoffvergleich

Der Nährstoffvergleich (in der Regel Feld-Stall-Bilanz) muss nach wie vor bis zum 31.03. des Folgejahres vorliegen.

Ab 2018 sind voraussichtlich folgende Betriebe verpflichtet, eine sog. „Stoffstrombilanz“ (Hoftorbilanz) zu erstellen:

  • tierhaltende Betriebe mit > 50 GV oder > 30 ha und > 2,5 GV/ha
  • Biogasanlagen
  • tierhaltende Betriebe und gleichzeitiger Aufnahme von Wirtschaftsdüngern.

Die genauen Vorgaben zur Stoffstrombilanz sind aber noch nicht verabschiedet, hier kann es Änderungen geben, die wir abwarten müssen.

Stickstoffobergrenze für organische Dünger im Nährstoffvergleich:

Für organische Dünger besteht weiterhin die Obergrenze von 170 kg N/ha im Betriebsdurchschnitt. Neu ist, dass zukünftig alle organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, auch Gärreste zu 100 % in die Berechnung mit einfließen. Ausnahme Kompost: innerhalb von 3 Jahren max. 510 kg Gesamt-N/ha.

Der zulässige N-Überschuss (3 Jahresmittelwert) im Nährstoffvergleich verringert sich im Jahr 2018 von + 60 kg auf + 50 kg, bei Phosphat (6 Jahresmittelwert) von + 20 kg auf  + 10 kg (bei Überschreitung verpflichtende Teilnahme an einer anerkannten Düngeberatung).

 

D: Meldeprogramm Wirtschaftsdünger Niedersachsen

Neu ab Juli 2017: Meldepflicht spätestens 1 Monat nach Abschluss einer Lieferung (auch Aufnehmer müssen Empfang bestätigen). Nährstoffgehalte sind verpflichtend bei jeder Meldung anzugeben, Importe aus anderen Bundesländern sind ebenfalls zu melden.

 

Unser Beratungsangebot

Um den Herausforderungen der neuen Düngeverordnung gerecht zu werden, möchten wir Ihnen zukünftig zusätzlich zum Nährstoffvergleich die Erstellung der Düngebedarfsermittlung für Ihren Betrieb anbieten. Wenn Sie Interesse an dieser Beratung haben, melden Sie diesen bitte bei uns an. Für weitere Fragen steht Ihnen Alexander Burgdorf (0511/400787-17, burgdorf@landvolk-hannover.de) gerne zur Verfügung.

Hier gelangen Sie zu den Tabellen für die Düngebedarfsermittlung.