Ausweisung der Nitrat- und Phosphat-Kulisse

Die Niedersächsische Landesregierung hat heute die Karte der sogenannten „roten Gebiete“ vorgestellt. Auch die Region Hannover ist davon betroffen.

In nitratsensiblen Gebieten sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Verpflichtende Wirtschaftsdüngeranalysen vor Aufbringung auf die Flächen, um den genauen Nährstoffgehalt zu kennen und so die Düngung noch präziser gestalten zu können.
  • Das Einarbeiten von Wirtschaftsdünger und Gärresten innerhalb von einer Stunde (anstatt früher vier Stunden).
  • Erhöhung der Mindestlagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf sieben anstatt sechs Monate.

In den phosphatsensiblen Gebieten sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Verpflichtende Wirtschaftsdüngeranalysen vor Aufbringung auf die Flächen, um den genauen Nährstoffgehalt zu kennen und so die Düngung noch präziser zu gestalten.
  • Erhöhung der Mindestlagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf sieben anstatt sechs Monate.
  • Auf hoch und sehr hoch versorgten Böden ist nur eine reduzierte P-Düngung möglich, um eine P-Abreicherung im Boden zu erzielen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums:
https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/nitrat-und-phosphat-kulisse-ausgewiesen-180472.html

Hier können die Gebietskulissen eingesehen werden:
https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/

Unsere Vorsitzenden, Dr. Holger Hennies und Volker Hahn, äußern sich dazu wie folgt:

  • „Wasserschutz ist wichtig und richtig, das steht auch für Landwirte außer Zweifel. An den Standorten, die Ursache für zu hohe Nitratgehalte im Grundwasser sind, müssen wir Maßnahmen ergreifen, um die Probleme abzustellen. In Wasserschutzgebieten arbeiten Landwirte bereits seit vielen Jahren im Rahmen von Wasserschutzkooperationen freiwillig an einer effizienteren Düngung und einer Reduzierung des Nitratgehaltes im Grundwasser.
  • Die von der Niedersächsischen Landesregierung heute präsentierte Karte basiert nach unserer Einschätzung auf einem sehr groben Raster. Dabei ist die Region Hannover mit ihrer geringen Viehdichte unverhältnismäßig stark betroffen: Während 25 Prozent der Brunnen erhöhte Nitratwerte aufweisen, werden 70 Prozent der Fläche der Region Hannover als „rote Gebiete“ ausgewiesen.
  • Aktuelle Berechnungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zeigen, dass sich der durchschnittliche Nitratgehalt im Sickerwasser in der Region Hannover trotz des starken Zubaus an Biogasanlagen zwischen 2010 und 2016 von 51 auf 49 mg NO3/l reduziert hat. Die seit Inkrafttreten der aktuell gültigen Düngeverordnung (2017) reduzierten Mineraldüngermengen sind hierbei noch nicht berücksichtigt.
  • Einige Vorschläge, die auf Bundesebene mit der EU diskutiert werden, sind nicht zielführend, sondern schaden langfristig dem Grundwasser. Dazu zählen die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten: Dies führt zu Humusabbau und hat die unkontrollierte Freisetzung von Kohlendioxid und Nitrat zur Folge. Wasser-, Klima- und Bodenschutz werden hier nicht berücksichtigt.“