Jahresrückblick

Liebe Mitglieder,

ein außergewöhnliches Jahr 2018 ist vorüber. Auf den Betrieben und in den Familien sind die Auswirkungen noch nicht in Gänze aufgearbeitet. Wir alle hatten im Frühjahr noch die Nässe des vorvergangenen Jahres im Bewusstsein. Als es dann Ende März aufhörte zu regnen und bis weit in den September hinein so gut wie gar kein Niederschlag mehr fallen wollte, wurden in immer mehr Gebieten der Region die Auswirkungen der extremen Dürre sichtbar. Hofften viele Betriebsleiter Ende Juni zumindest noch auf eine gute Hackfruchternte, war Anfang August auch hier die Hoffnung einer Resignation gewichen. So heterogen die Böden in der Region Hannover sind, so unterschiedlich sind auch die finanziellen Auswirkungen auf den einzelnen Betrieben. Im Süden unseres Verbandsgebietes sind die Ertragseinbußen noch am geringsten gewesen, obwohl die Erträge auch hier unterhalb des langjährigen Durchschnitts lagen. Bessere Getreidepreise und hohe Zuckergehalte konnten die Mindererträge teilweise kompensieren. Im östlichen und nördlichen Bereich haben viele Betriebe nur durch intensivste Beregnung ein Desaster bei den Erträgen auf den Feldern verhindern können. Erkauft wurde dies mit einer enorm hohen Arbeitsbelastung und sehr hohen Kosten. In den westlichen Regionen wurden teilweise nur 30 Prozent der sonst üblichen Grundfuttermengen für die Milchkühe geerntet, und diese mit sehr schlechten Inhaltsstoffen. Angesäte Zwischenfrüchte konnten sich durch die Hitze kaum entwickeln, so dass es immer deutlicher wird, dass die gesicherte Grundfutterversorgung in vielen Betrieben eine große Herausforderung wird.
Im politischen Bereich stehen in diesem Jahr vielfältige Themen zur Diskussion und Entscheidung an. Die Debatte um die zukünftige Ausgestaltung der GAP nach 2020 wird zunehmend schärfer und der Druck auf die Direktzahlungen der ersten Säule nimmt stetig zu. zu. Unsere Position ist hier sehr klar und unverrückbar: Eine starke und verlässliche erste Säule stellt für viele Betriebe nach wie vor das finanzielle Grundfundament dar. Die Neuordnung der Grundsteuer auf Bundesebene geht in die entscheidende Phase. Wir müssen aufpassen, dass die Landeigentümer nicht die Verlierer dieser Reform werden.
Nach wie vor ist die Umsetzung der Düngeverordnung für sehr viele Betriebe eine große Herausforderung. Unstrittig ist für uns das Ziel, die Grundwasserbelastung durch Nährstoffeinträge zu minimieren. Jeder Landwirt ist hier gefordert, die notwendigen Düngungsmaßnahmen gewissenhaft durchzuführen. Es ist uns aber auch sehr deutlich bewusst, dass gerade die Betriebe, die Lagerraum für Gülle, Mist oder Silage schaffen müssen, diesen Kraftakt alleine nicht stemmen können. Neben dem Baurecht besteht das Problem der Kosten für die Erstellung von Siloplatten o.ä. für die Betriebe, die oft nicht aufzubringen oder zu erwirtschaften sind. Wenn die Politik die jetzigen Strukturen erhalten will, kann sie nicht nur Veränderungen bei Baumaßnahmen fordern, sondern hat die Umsetzung mit Fördermitteln zu ermöglichen. Dies der Politik überzeugend klar zu machen, ist eine unsere Hauptaufgaben in diesem Jahr.
Im Pflanzenbau bereitet uns zunehmend die restriktive Zulassungspolitik von Pflanzenschutzmitteln Sorge. In der Öffentlichkeit haben wir die Diskussion zu lange den NGOs und Gegnern chemischer Mittel überlassen. In diesem Frühjahr wird ein landesweiter Aktionstag zum Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel stattfinden, bei dem auch die Vor- und Nachteile eines Pflanzenschutzmittelverzichtes zur Diskussion gestellt werden.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der dazugehörige Leitungsausbau stellt einen Paradigmenwechsel im Stromtrassenbau dar: Die konsequente Erdverkabelung bedeutet einen noch nie dagewesenen Eingriff in unsere Böden. Je deutlicher die drohenden Einschränkungen und Verbote in der Bewirtschaftung unserer Böden sichtbar werden, desto klarer müssen wir unsere Forderungen nach einer anderen Art des finanziellen Ausgleichs offensiv vertreten. Unser aller Aufgabe ist es, dies bei jeder Gelegenheit von der Politik einzufordern.
Die Zusammenarbeit mit der Region Hannover ist sehr positiv. Die Regionsversammlung hat der Verdopplung der Mittel für Maßnahmen im Projekt Biodiversität auf 300.000 Euro zugestimmt. Dies ist für uns Ansporn und Herausforderung gleichermaßen. Wir wollen dies Projekt gemeinsam mit Ihnen zu einem Erfolg machen. Bitte prüfen Sie, ob die Teilnahme an diesen Maßnahmen auch für Ihren Betrieb in Frage kommt. Als zweites Projekt haben wir gemeinsam mit den Landfrauen und der Region das Bildungsangebot „Lernort Bauernhof“ entwickelt und bieten Grundschulen in der Region Hannover dreitägige Klassenfahrten mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Umweltbildung und Ernährung an. Das Pilotprojekt findet in der Wedemark statt und wird von der Region Hannover gefördert, eine Ausweitung des Bildungsangebotes auf weitere Jugendherbergen und Betriebe in der Region ist bereits geplant.
Liebe Mitglieder, nutzen Sie die Bezirksversammlungen, sich kritisch und konstruktiv in die Verbandsarbeit einzubringen. Uns ist sehr wohl bewusst, dass viele Betriebsleiter das neue Jahr 2019 mit großer Unsicherheit beginnen. Lassen Sie uns gerade in diesen nicht einfachen Zeiten als Berufsstand zusammenstehen und uns nicht spalten lassen, egal ob groß, klein, konventionell oder ökologisch wirtschaftend. Wir als Vorstand sowie die Geschäftsführung stehen Ihnen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2019 und hoffen, Sie auf unseren Bezirksversammlungen begrüßen zu können.

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