SuedLink: Landvolk Hannover verabschiedet Resolution

Landwirtinnen und Landwirte fordern vorsorgende Planung und fairen Interessenausgleich

Die vom Netzbetreiber TenneT der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Vorzugstrasse für den SuedLink beunruhigt viele Landwirte und Grundstückseigentümer westlich von Hannover. Rund 170 betroffene Landwirtinnen und Landwirte waren am 12. März im Hotel-Restaurant Körber in Garbsen-Osterwald zusammengekommen, um eine gemeinsame Resolution zu verabschieden, die die Forderungen der Landwirtschaft zum SuedLink und den zu erwartenden Eingriffen des Trassenbaus in landwirtschaftlich genutzte Flächen beinhaltet. „Die Landwirtschaft bekennt sich zu Infrastrukturprojekten und will sie nicht grundsätzlich verhindern“, machte Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover, deutlich. Die Bundesrepublik Deutschland habe sich für die Energiewende entschieden, deshalb sei der Netzausbau notwendig. Aufgrund der bisherigen Vorgehensweise bei der Gesetzgebung und der Planung würden zu 90 Prozent landwirtschaftliche Flächen im Korridor betroffen, der Schutz dieser Böden habe aber bisher während der gesamten Trassenplanung keine Berücksichtigung gefunden, kritisierte Hennies. Landwirte und Grundeigentümer fordern daher eine vorsorgende Planung und einen fairen Interessenausgleich anhand von drei Kernforderungen:

  1. Die größtmögliche Schonung landwirtschaftlicher Flächen, etwa durch
  • die Ausführung der Trasse als Freileitung, wo möglich,
  • die Bündelung mit anderen Trassen, möglichst an und unter öffentlichen und privaten Wegen,
  • bodenschonende Verlegeverfahren (etwa durch Kabelpflug oder AGS-Schmaltrassen),
  • eine landwirtschaftlich-bodenkundliche Baubegleitung schon bei der Planung,
  • keine Anbaubeschränkungen für landwirtschaftliche Kulturen,
  • Beweislastumkehr bei Ertragsschäden und ein neutrales Monitoring durch die Landwirtschaftskammer sowie
  • die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Infrastruktur
  1. Kein zusätzlicher Flächenverlust durch Naturschutzausgleich
  1. Generationengerechtigkeit (da die geplante Erdverkabelung sich dauerhaft auf die Ertragsfähigkeit der Flächen auswirken wird, etwa durch die Schädigung der Bodenstruktur)
  • unbefristeter Schadensersatz für Aufwuchsschäden
  • wiederkehrende Akzeptanzzahlung für die Nutzung privaten Eigentums durch eine private Firma
  • Befristung der Dienstbarkeit, d.h. des Nutzungsrechtes auf max. 30 Jahre mit anschließender Neuverhandlung
  • Rückbauverpflichtung für den Netzbetreiber (mit Bürgschaft gesichert)