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Biodiversitätsprogramm 2022

Vereinbarung von Maßnahmen für den Artenschutz in der Region Hannover in Kooperation mit der Landwirtschaft in 2022

Nach vier erfolgreichen Jahren wollen wir in die fünfte Runde unseres gemeinsamen Biodiversitätsprogramms mit der Region Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege starten.

Gemeinsam mit der Stiftung Kulturlandpflege und der Region Hannover haben wir die Schwerpunktmaßnahmen (siehe unten) überarbeitet. Bei den Feldvogelinseln und anderen „Fenstern“ sowie Getreidestreifen sind die Vorgaben zur Lage und zu den Abständen unbedingt einzuhalten.

Bei Interesse schicken Sie uns bitte die unten angeführte Rückantwort ausgefüllt bis spätestens zum 18. Februar zurück. Wie in den Vorjahren behalten wir uns vor, die Vertragsflächen je Betrieb pauschal zu kappen bzw. der abgeschlossene Vertrag stellt die Abrechnungsgrundlage da. Die Maßnahmenbeträge werden zur Zeit überprüft und können sich gegebenenfalls noch ändern.

Teilnehmer der Maßnahme 1c werden gebeten, kurzfristig den Saatgutbedarf für die einjährigen Flächen bei Herrn Hasberg per Mail unter hasberg@landvolk-hannover.de zu bestellen. Sollten Sie bei den mehrjährigen Blühflächen Saatgut zur Nachsaat benötigen, teilen Sie uns das bitte ebenfalls per Mail spätestens bis zum 18. Februar mit.

Teilnehmer der mehrjährigen Maßnahmen mit Vertragsabschluss aus dem Jahr 2019 können ihren Vertrag um ein Jahr verlängern, wenn die Flächen in einem guten Zustand sind. Bitte teilen Sie uns mit, falls Sie daran Interesse haben und wir die Flächen gegebenenfalls begutachten können.

Wir bitten Sie, uns unverzüglich über Änderungen bestehender Verträge zu informieren bzw. Abweichungen mit uns vorab abzusprechen, z.B. Schröpfschnitt der Blüh- und Brachflächen.

Für das Anbaujahr 2023 planen wir eine neue Maßnahme zum Schutz des Kiebitzes, für die wir um Ihre Mitwirkung und Unterstützung bitten. Diese Vogelart wird in der Region Hannover immer seltener, daher planen wir sogenannte „Kiebitzinseln“. Nähere Informationen finden Sie unter folgendem Link https://www.kulturlandschaft.nrw/project/kiebitzinsel/. Über die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen werden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch informieren. Zunächst gilt es, für uns den ungefähren Umfang des Maßnahmenpotentials zu ermitteln. Hierzu bedarf es einer Kenntnis, wo es noch Restvorkommen von auf Acker brütenden Kiebitzen in der Region Hannover gibt. Wo brüten im Bereich Ihrer Gemarkung oder auf Ihren Betriebsflächen noch Kiebitze? Hierzu bitten wir Sie herzlich um entsprechende Rückmeldung an uns.

Der Erfolg des Projektes und die Einbringung der Landwirtschaft in die derzeitige Diskussion zum Thema Artenschutz hängen von Ihrer Bereitschaft zur Teilnahme ab. Vorstand und Geschäftsführung appellieren daher an Ihre Bereitschaft zur Teilnahme.

Maßnahmenkatalog Biodiversität 2022

Rückantwort Biodiversität 2022

 

Für mehr biologische Vielfalt: Lerchenfenster in Negenborn  

Biodiversitätsprojekt von Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege

Hannover/Wedemark. Durch ihren Gesang gelten die Feldlerchen als die Frühlingsboten schlechthin. Doch mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand der optisch eher unauffälligen Vögel rückläufig. Für ihren Bruterfolg sind sie auf offene Stellen in Getreidefeldern angewiesen. In Negenborn unterstützt die Landwirtsfamilie Heins den „Vogel des Jahres 2019“ bei der Aufzucht des Nachwuchses und der Nahrungssuche: Auf insgesamt rund 5.000 Quadratmeter Fläche unterblieb in diesem Jahr die Aussaat.

„Die entstandenen Freiflächen im Acker, auf denen dann Wildkräuter wachsen, nutzen die Vögel als Landebahn und zur Nahrungssuche, ihr Nest haben sie im angrenzenden Bestand“, erläutert Günter Wendland, Leiter des Teams Naturschutz Ost der Region Hannover, die Funktion der so genannten „Lerchenfenster“. Die Bruthilfe in der Wedemark gehört zu einem Biodiversitätsprojekt, das die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen gemeinsam entwickelt haben.

„Die Situation der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft hat sich deutlich verschlechtert, besonders stark betroffen sind Vögel und Insekten. Aber auch Grünland, Wiesen und Weiden stehen unter Druck und mit ihnen viele gefährdete Arten der Farn- und Blütenpflanzen“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, Sonja Papenfuß: „Nur mit einem besonderen Engagement der Landwirte kann das Ziel erreicht werden, den Schutz, den Erhalt und die Pflege der Arten und Ökosysteme zu gewährleisten. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind.“

Als Entgelt für die Leistungen der Landwirte stellt die Region Hannover in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung. Auf rund 250 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche können so eine Reihe ganz unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden: Neben Fenstern für Brutvögel gehören dazu auch Blühflächen mit Honigtracht – 10.000 Quadratmeter hat die Familie Heins auf ihren Flächen eingesät – oder die Extensivierung von Grünland. 150 Betriebe in der Region beteiligen sich in diesem Jahr.

Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover: „Die große Resonanz zeigt deutlich, dass Landwirte in unserer Region bereit sind, Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe zu betreiben, um die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern.“  Profitieren sollen dabei neben den heimischen Feldvögeln auch Insekten, Feldhamster und Hasen.

Weiterer Partner im Biodiversitätsprojekt ist die Stiftung Kulturlandpflege: Sie hat in den über 20 Jahren ihres Bestehens mehr als 200 Naturschutzprojekte in Niedersachsen koordiniert und unterstützt. Schwerpunkt ist die Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in Kooperation mit der Landwirtschaft. Da in Negenborn schon im letzten Jahr Feldlerchen zu hören waren, freut sich Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, über die 2020 fortgesetzte Beteiligung des Betriebs der Familie Heins: „Die Brutvogelinseln wurden speziell für Feldlerchen angelegt. Es wäre toll, wenn eine Feldlerche auch in dieser Saison durch ihren Gesang die Wirksamkeit der Maßnahme bestätigen würde.“

Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen. Der Betrieb in Negenborn jedenfalls wäre auch im nächsten Jahr gerne wieder mit dabei. Christine Heins, Landwirtin und Tochter des Betriebsleiters Joachim Heins: „Das Biodiversitätsprogramm fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern zeichnet sich auch durch einen verhältnismäßig geringen bürokratischen Aufwand aus. So können Landwirte ihre Maßnahmen flexibel und kurzfristig gestalten und haben außerdem hier in der Region ihre Ansprechpartner vor Ort.“


 

“Der Niedersächsische Weg”

Der “Niedersächsische Weg” ist eine Vereinbarung zwischen Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landesregierung und den Umweltverbänden Nabu und BUND über Maßnahmen zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz.

Weitere Informationen finden sich auf folgenden Seiten:

www.niedersaechsischer-weg.de (Landvolk Niedersachsen),

www.niedersachsen.de/niedersaechsischer-weg (Land Niedersachsen)

www.artenretter-niedersachsen.de (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/der-niedersachsische-weg-188638.html (Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

 

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