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Rehkitzrettung mit der Drohne

In der Region Hannover war es in diesem Jahr erstmals möglich, eine Drohne zur Rehkitzrettung in Flughafennähe steigen zu lassen.

Mit Beginn der Mäharbeiten auf dem Feld organisieren Landwirte in Zusammenarbeit mit Jägerschaft oder Naturschutzverbänden alljährlich die Rehkitzsuche. Die Ricken setzen im Mai zum Teil bis Mitte Juni ihre Kitze bevorzugt auf Wiesen, wo diese dann im Schutz des hohen Grases in den ersten Wochen bewegungslos abgelegt sind und auch bei Gefahren nicht flüchten. Um die jungen Kitze vor dem Mähwerk zu bewahren, werden seit einigen Jahren vermehrt Drohnen eingesetzt, um sie aufzuspüren, bevor die Mäharbeiten beginnen.

Auch Landwirt Horst Wehde aus Isernhagen sucht seine Wiesen regelmäßig vor der Mahd nach Kitzen ab. Er bewirtschaftet auch Flächen, die in unmittelbarer Nähe des Flughafens Hannover in Langenhagen liegen. Weil Drohnenaufstiege in diesem sensiblen Bereich direkt am Gelände des Flughafens aus Gründen der Flugsicherheit nicht erlaubt sind, konnte Wehde hier bislang keine Drohnentechnik einsetzen, sondern hat die Flächen immer aufwändig mit Helfern nach Kitzen abgesucht.

In diesem Jahr war es jetzt erstmals möglich, eine Drohne zur Rehkitzrettung in Flughafennähe steigen zu lassen – dank enger Abstimmung zwischen dem Flughafen Langenhagen, der Deutschen Flugsicherung, dem Landvolk Hannover und der En-Tra UG mit Sitz in Langenhagen, die gemeinsam mit Landwirten, Jägern und der Rehkitzrettung Langenhagen vor Ort die Flächen mit der Drohne abgesucht haben. „Die Herausforderung bestand darin, dass jeder Start und jede Landung der Drohne mit dem Tower abgestimmt werden musste“, erklärt Landwirt Wehde. „Dazu stand der Fernpilot in ständigem Funkkontakt mit dem Tower, um die Drohne wieder landen zu können, sobald sich ein Flugzeug näherte.“

Mitte Juni trafen sich dazu alle Beteiligten frühmorgens in Langenhagen, um die Wärmebildkamera-Drohne steigen zu lassen. Während die Drohne die Fläche in einer Höhe von 40 Metern systematisch absucht, zeigt die hochauflösende Wärmebildkamera auf den Boden und stellt die Warmblüter in Rot dar.

Fernpilot Christian Walter von der En-Tra UG zieht ein positives Fazit: „Um alle Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen, waren neben zusätzlichen Genehmigungen viele Abstimmungsprozesse nötig, damit der Einsatz durchgeführt werden konnte, aber das Ergebnis war die Mühe wert.“ Fünf Rehkitze haben die Beteiligten an diesem Morgen auf der mehr als sieben Hektar großen Fläche lokalisiert und in Sicherheit gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fernpilot Christian Walter, Jürgen von Ramin (Flughafen Hannover), Friedrich Wilhelm Bauer (Hochschule Hannover) und Landwirt Horst Wehde (v.l.n.r.).

Bilder: Mit freundlicher Genehmigung der En-Tra UG