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SuedLink: Alternativen südlich Seelze (Trassenkorridor-Segmente 427 und 428)

SuedLink – Höchstspannungsleitung Brunsbüttel bis Großgartach (Vorhaben 3), Abschnitt B (Scheeßel bis Bad Gandersheim/Seesen); Bundesfachplanung, Nachbeteiligung für die ernsthaft in Betracht kommenden Alternativen (Trassenkorridor – Segmente 427 und 428) südlich Seelze aus der Beteiligungsphase 2019

Das Verfahren zur Bundesfachplanung des SuedLink ist für den Abschnitt B, der unser Verbandsgebiet betrifft, noch nicht abgeschlossen. Aus der Beteiligungsphase zur Bundesfachplanung, die im Jahr 2019 gelaufen ist, haben sich zwei aus Sicht der Bundesnetzagentur und des Vorhabenträgers ernsthafte Alternativvarianten ergeben. Es handelt sich dabei um die als solche bezeichneten Alternativen 427 und 428. Den Verlauf dieser Trassenalternativen des SuedLink entnehmen Sie bitte den folgenden beiden Kartenausschnitten:

Alternative 427

Alternative 428

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Alternative 427 zunächst Richtung Südwesten, Lathwehren und von dort in Richtung Südosten über Göxe und Ditterke und schließlich nördlich von Gehrden verläuft. Die Alternative 428 verläuft westlich von Almhorst zunächst in südliche Richtung gegen Göxe und verschwenkt auf Höhe Göxe in Richtung Südosten nach Ditterke und wiederum nördlich in die Gemarkung Gehrden.

Sofern Sie als Bewirtschafter bzw. Bewirtschafterin oder als Eigentümer bzw. Eigentümerin von den Alternativtrassen betroffen sein sollten, so haben Sie seit dem 09.03.2020 bis zum 08.05.2020 Gelegenheit, dagegen Einwendungen zu erheben.

Die Einwendungen sind über einen der folgenden Wege an die Bundesnetzagentur zu richten:

–      elektronisch vorzugsweise per Online-Formular

(Link unter www.netzausbau.de/beteiligung3-b)

–      schriftlich an die Bundesnetzagentur, Referat 804, Postfach 8001, 53105 Bonn (Betreff: Vorhaben 3, Abschnitt B, TKS427 und 428)

Auch werden bei der auslegenden Stelle Einwendungen zur Niederschrift angenommen. Auslegende Stellen sind die Bundesnetzagentur in Bonn (die Adresse teilen wir gerne auf Anfrage mit) oder die Stadt Seelze, Rathausplatz 1, 30926 Seelze (Mo, Di, Do 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 15.00, Mi 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 17.30, Fr 8.30 bis 12.00).

Die vollständigen Planungsunterlagen zu den beiden Alternativ-Varianten finden Sie im Internet unter

www.netzausbau.de/beteiligung3-b

Dort unter der Karteikarte „Status“.

Sofern Sie zu der Thematik Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Für Fragen und zur Vorbereitung einer Stellungnahme zu den beiden Alternativvarianten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

SuedLink: Landvolk Hannover verabschiedet Resolution

Landwirtinnen und Landwirte fordern vorsorgende Planung und fairen Interessenausgleich

Die vom Netzbetreiber TenneT der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Vorzugstrasse für den SuedLink beunruhigt viele Landwirte und Grundstückseigentümer westlich von Hannover. Rund 170 betroffene Landwirtinnen und Landwirte waren am 12. März im Hotel-Restaurant Körber in Garbsen-Osterwald zusammengekommen, um eine gemeinsame Resolution zu verabschieden, die die Forderungen der Landwirtschaft zum SuedLink und den zu erwartenden Eingriffen des Trassenbaus in landwirtschaftlich genutzte Flächen beinhaltet. „Die Landwirtschaft bekennt sich zu Infrastrukturprojekten und will sie nicht grundsätzlich verhindern“, machte Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover, deutlich. Die Bundesrepublik Deutschland habe sich für die Energiewende entschieden, deshalb sei der Netzausbau notwendig. Aufgrund der bisherigen Vorgehensweise bei der Gesetzgebung und der Planung würden zu 90 Prozent landwirtschaftliche Flächen im Korridor betroffen, der Schutz dieser Böden habe aber bisher während der gesamten Trassenplanung keine Berücksichtigung gefunden, kritisierte Hennies. Landwirte und Grundeigentümer fordern daher eine vorsorgende Planung und einen fairen Interessenausgleich anhand von drei Kernforderungen:

  1. Die größtmögliche Schonung landwirtschaftlicher Flächen, etwa durch
  • die Ausführung der Trasse als Freileitung, wo möglich,
  • die Bündelung mit anderen Trassen, möglichst an und unter öffentlichen und privaten Wegen,
  • bodenschonende Verlegeverfahren (etwa durch Kabelpflug oder AGS-Schmaltrassen),
  • eine landwirtschaftlich-bodenkundliche Baubegleitung schon bei der Planung,
  • keine Anbaubeschränkungen für landwirtschaftliche Kulturen,
  • Beweislastumkehr bei Ertragsschäden und ein neutrales Monitoring durch die Landwirtschaftskammer sowie
  • die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Infrastruktur
  1. Kein zusätzlicher Flächenverlust durch Naturschutzausgleich
  1. Generationengerechtigkeit (da die geplante Erdverkabelung sich dauerhaft auf die Ertragsfähigkeit der Flächen auswirken wird, etwa durch die Schädigung der Bodenstruktur)
  • unbefristeter Schadensersatz für Aufwuchsschäden
  • wiederkehrende Akzeptanzzahlung für die Nutzung privaten Eigentums durch eine private Firma
  • Befristung der Dienstbarkeit, d.h. des Nutzungsrechtes auf max. 30 Jahre mit anschließender Neuverhandlung
  • Rückbauverpflichtung für den Netzbetreiber (mit Bürgschaft gesichert)

SuedLink: Dr. Maria Flachsbarth zu Gast beim Landvolk Hannover

Bundestagsabgeordnete sagt betroffenen Landwirten ihre Unterstützung zu

Die Bekanntmachung des Netzbetreibers TenneT, nun die westlich durch die Region Hannover verlaufende SuedLink-Trasse der Bundesnetzagentur für das weitere Prüfverfahren vorzuschlagen, besorgt Landwirte und Grundstückseigentümer.
Auf Einladung des Landvolks Hannover besuchte die Bundestagsabgeordnete Dr. Maria Flachsbarth kurzfristig das Sportheim Northen-Lenthe, wo am vergangenen Freitag rund 50 betroffene Landwirte und Grundstückeigentümer zusammengekommen waren, um der Abgeordneten ihre Anliegen zum Trassenbau vorzutragen.
„Die geplante Erdverkabelung wird sich dauerhaft auf die Ertragsfähigkeit der Flächen auswirken, etwa durch die Schädigung der Bodenstruktur oder thermische Effekte“, machte der Landvolk-Vorsitzende Dr. Holger Hennies deutlich. „Nachdem allen gesellschaftlichen Gruppen – etwa durch die Erdverkabelung – Zugeständnisse im Rahmen der Energiewende gemacht wurden, trägt nun die Landwirtschaft die Alleinige Last der Energiewende. Landwirtschaftliche Böden haben während der gesamten Trassenplanung keine Berücksichtigung gefunden“, ergänzte er. „Aufgrund der dauerhaften Ertragsminderung und im Zuge der Gerechtigkeit gegenüber nachfolgenden Generationen fordern wir einen dauerhaften und wiederkehrenden Nachteilsausgleoch für die Flächen, die durch das Erdkabel geschädigt werden“, fasste Hennies die Forderungen des Verbandes zusammen.
In der anschließenden Diskussion zeigte Flachsbarth Verständnis für die Sorgen der Landwirte und ermutigte die anwesenden Betroffenen, sich persönlich in das nun folgende Beteiligungsverfahren einzubringen und die Beeinträchtigungen der betroffenen Flächen genau zu dokumentieren, um diese bei der Bundesnetzagentur vorzubringen.
„Durch die Erdverkabelung sind nun die Grundeigentümer und insbesondere die Landwirte durch Nutzungseinschränkungen betroffen. Es kommt deshalb darauf an, gute und vernünftige Entschädigungsregelungen mit den betroffenen Land- und Forstwirten zu finden“, erklärte Flachsbarth, und versprach: „Ich werde Sie dabei nach Kräften politisch unterstützen.“

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