Landwirtschaftliche Alterskasse: Befreiung von der Beitragspflicht, neues Mindesteinkommen ab dem 01.10.2022

Seit dem 01.10.2022 ist es bei Neuanträgen nicht mehr ausreichend, sich über das außerlandwirtschaftliche Einkommen aus einem Minijob von der Beitragspflicht in der Landwirtschaftlichen Alterskasse der SVLFG befreien zu lassen. Die Alterskassenbefreiung wegen der Erzielung außerlandwirtschaftlichen Einkommens setzt seit dem 01.10.2022 ein jährliches Einkommen oberhalb der Minijobgrenze voraus (derzeit mehr als 520,00 € pro Monat / mehr als 6.240, – € pro Jahr). Altfälle, die vor dem 01.10.2022 wegen außerlandwirtschaftlichen Einkommens von zumindest mehr als 400, – € pro Monat / mehr als 4.800, – € pro Jahr von der Beitragspflicht befreit worden sind, sind in ihrem Bestand geschützt, solange die Versicherten wie ursprünglich beantragt, ein außerlandwirtschaftliches Einkommen von mehr als 400,00 € pro Monat erzielen. Wichtig ist, dass die Befreiungsgrenze künftig flexibel ist, weil sie an die Entwicklung der Minijobgrenze des § 8 Abs. 1a SGB IV gekoppelt worden ist. Erhöht sich die Minijobgrenze künftig, so erhöht sich der Betrag der Voraussetzung des Mindesteinkommens bei der Alterskassenbefreiung entsprechend.

Rund 1500 Teilnehmer bei Kundgebung in Goslar

L P D – Mit einer Menschenkette durch die Innenstadt und rund 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Kundgebung haben die Landvolkverbände Braunschweiger Land und Landvolk Niedersachsen in Goslar auf die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht. „Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden. Die Landwirtinnen und Landwirte halten zusammen“, sagte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies in seinem Fazit zur Protestaktion. Die Berufskollegen waren aus allen Regionen Niedersachsens angereist, um anlässlich der 99. Umweltministerkonferenz ein klares Zeichen gegen bestehende oder drohende Auflagen aus Berlin und Brüssel zu setzen.

Ulrich Löhr, Vorsitzender des Landvolks Brauschweiger Land und Landvolk-Vizepräsident, forderte „Berechenbarkeit“ von der Politik. Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Landesbauernverbände erinnerten an die Probleme beim Wolfsmanagement und die Nöte der Weidetierhalter, erläuterten die Folgen einer überzogenen Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und der Moorschutzstrategie. Vielfach betont wurde die mangelnde Sicherung der Nahrungsmittelproduktion.

Lars Ruschmeyer, Sprecher des Agrarausschusses der Landjugend Niedersachsen, betonte die Bereitschaft zu Veränderungen. „Gerade wir jungen Landwirte wollen die Transformation der Landwirtschaft mittragen. Aber Kosten und Nutzen als Folgen politischer Entscheidungen müssen stimmen. Das ist nicht mehr der Fall, und macht uns den schönen Beruf des Landwirts kaputt“, sagte Ruschmeyer unter starkem Applaus der Kundgebungsteilnehmer. Auch die Landfrauen sicherten Unterstützung bei anstehenden Veränderungen zu unter dem Motto: „Wir können das!“

Niedersachsens neuer Umweltminister Christian Meyer stellte sich mit weiteren Politikern den Landwirtinnen und Landwirten auf dem Kundgebungsplatz und nahm das beklebte „Maßnahmenpaket“ als Retoure entgegen. „Wir sollten viel miteinander reden“, sagte Meyer. Und: „Kooperation statt Verbote ist immer besser.“

Landvolkpräsident Hennies, der auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes ist, kritisierte abschließend die im „EU-Extensivierungspaket“ versteckten drohenden „Totalverbote“ von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Gebieten und bemängelte überzogenes Ordnungsrecht. Hennies forderte unter lautem Zuspruch der Berufskollegen im Beisein mehrerer deutscher Umweltminister auf der Bühne auf dem Jacobikirchhof in Goslar: „Schicken Sie ein besseres Paket nach Brüssel!“

Landvolk-Pressedienst vom 25.11.2022
Fotos: Janek Bergmann im Auftrag des Landvolks Celle

 

 

 

 

 

 

 

“Kälberinitiative Niedersachsen” (KiNi): Arbeitskreise und Veranstaltungen

Die Kälberinitiative Niedersachsen (KiNi) hat sich eine nachhaltige Verbesserung der Kälberaufzucht in den Bereichen Geburts-, Fütterungs-, Haltungs- und Gesundheitsmanagement zum Ziel gesetzt. KiNi bietet über die Landwirtschaftskammer Arbeitskreise in den Regionen Nord, West, Süd-West, Nord-Ost und Süd-Ost an, zu denen sich die Landwirte sich bis zum 31.12. anmelden können. Darüber hinaus soll es Vortragsveranstaltungen in Fürstenau, Bremervörde, Wiefelstede und Verden geben. Hier finden Sie weitere Informationen:
  1. Zum Arbeitskreis Region Süd-Ost (Hannover, Braunschweig, Göttingen): https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/vera/8035
  2. Zu aktuellen Veranstaltungen: https://kaelberinitiative-niedersachsen.de/veranstaltungen/
  3. Zur Initiative: https://kaelberinitiative-niedersachsen.de/

Abmahnfalle: “Google Fonts”

Laut einer aktuellen Gerichtsentscheidung zum Dienst Google Fonts (die Bereitstellung von Schriftarten durch Google) verstößt die Nutzung dieses Dienstes auf einer Homepage gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht. Abmahnfreudige Zeitgenossen sind bereits auf das Thema aufmerksam geworden und  verschicken derzeit Zahlungsaufforderungen potentiell an alle, die Homepages betreiben. Webseitenbetreiber, die Google Fonts eingebettet und nicht lokal gespeichert haben, erhalten Abmahnschreiben, weil dies einen Verstoß der Datenschutzgrundverordnung darstelle. Um sich vor solchen Abmahnschreiben zu schützen, empfehlen wir allen Betrieben, die über eigene Internetseiten verfügen, zu prüfen, ob sie Google Fonts einsetzen und dadurch automatisch IP-Adressen oder sonstige Daten der Seitenbesucher weitergeleitet werden. Wenden Sie sich dazu am besten an Ihren IT-Dienstleister (bzw. denjenigen, der Ihre Website erstellt hat), um zu gewährleisten, dass keine Daten automatisch weitergeleitet werden. Dazu können die Google Fonts alternativ lokal auf dem eigenen Server gespeichert werden. Weitere Informationen finden Sie u.a. hier: https://www.e-recht24.de/google-fonts-sc

Pflanzenschutzreduktionsstrategie der EU-Kommission: Aufforderung zur Beteiligung

Der kürzlich von der EU-Kommission vorgelegte Entwurf einer „Verordnung über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln“ sorgt für großes Unverständnis und Fassungslosigkeit in der Landwirtschaft. Die Pläne der Kommission entziehen, sollten sie so wie geplant umgesetzt werden, faktisch die Arbeitsgrundlage vieler Landwirtinnen und Landwirten besonders bei uns in Niedersachsen und gefährden die sichere Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Nahrungsmitteln. Für die Region Hannover bedeutet das unter anderem, dass auf mindestens 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zukünftig jeglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – sowohl im konventionellen als auch ökologischen Ackerbau – verboten sein wird! Aus diesem Grund ist jeder aufgefordert, die Verordnung in der jetzigen Fassung zu verhindern!

Wir müssen der EU-Kommission die Auswirkungen und Tragweite dieser Verordnung auf die Landwirtschaft deutlich machen und fordern ALLE Berufskolleginnen und -kollegen dringend auf, sich mit individuellen Betroffenheitsbekundungen an die EU-Kommission zu wenden! Die Frist für die Stellungnahmen endet am 19. September 2022.

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12413-Pestizide-nachhaltige-Verwendung-aktualisierte-EU-Vorschriften-_de

Für weitere Informationen zur Konsultation melden Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle unter 0511-400 787 0 oder info@landvolk-hannover.de.

Darüber hinaus bitten wir Sie, Ihre Stellungnahmen im Zuge des laufenden Landtagswahlkampfs den Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl sowie den niedersächsischen Abgeordneten auf Landes-, Bundes- und Europaebene zukommen zu lassen und das Thema auch aktiv auf Wahlkampfveranstaltungen zur Landtagswahl anzusprechen, um unsere Betroffenheit deutlich zu machen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Landwirte müssen Vorrang beim Erwerb landwirtschaftlicher Flächen haben

L P D – Die angespannte Situation auf weiten Teilen des niedersächsischen Bodenmarktes schlägt sich in stark gestiegenen Flächenpreisen nieder. „Immer mehr außerlandwirtschaftliche Investoren entdecken in Zeiten negativer Realrenditen den Kauf landwirtschaftlicher Flächen zum Leidwesen der niedersächsischen Landwirte als sichere und wertbeständige Investitionen“, erklärt Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Bereits im November 2020 fertigte die „Bund-Länder-Initiative landwirtschaftlicher Bodenmarkt (BLILB)“ eine Stellungnahme zum Erwerb von Agrarimmobilien durch Finanzinstitute (Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken) an. Die BLILB kam zu der Einordnung, dass der Anteilskauf an landwirtschaftlichen Unternehmen mit Agrarflächen und der direkte Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken durch Finanzinstitute aus agrarstruktureller Sicht grundsätzlich abzulehnen ist. Zum Schutz und zur Sicherung der Agrarstruktur sollen landwirtschaftliche Flächen grundsätzlich nur von Landwirtinnen und Landwirten oder diesen Gleichgestellten, wie in Niedersachsen die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) als Siedlungsunternehmen, erworben werden.

„Originäre Aufgabe der Finanzinstitute sollte gerade im ländlichen Raum vorrangig die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung sein und nicht der Erwerb von landwirtschaftlicher Fläche zur Gewinnmaximierung/Ertragssteigerung“, führt Löhr aus.

In Niedersachsen ist laut Landvolk erstmalig die Problematik von Kreditinstituten auf dem Bodenmarkt durch die Gründung der SAG Agrargesellschaft mbH & Co. KG (SAG), welche ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine (HGP) ist, in Erscheinung getreten. Der Gesellschaftszweck der SAG ist im Handelsregister wie folgt niedergeschrieben: „Die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes sowie der Erwerb und die Verwaltung von landwirtschaftlichem Grundbesitz sowie die Beteiligung an Unternehmen mit gleichem oder ähnlichem Unternehmensgegenstand.“

„Die HGP als drittgrößte Sparkasse in Niedersachsen hat durch die Gründung und die angekündigte Expansion ihres landwirtschaftlichen Betriebs in Form der SAG einen für das Preisgefüge am regionalen landwirtschaftlichen Bodenmarkt gefährlichen Präzedenzfall geschaffen“, zeigt Ulrich Löhr die Reichweite auf.

„Nicht nachzuvollziehen ist, warum eine große Sparkasse auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt losgelöst von Wohnbau- und Gewerbegebietsentwicklung tätig wird und damit in Konkurrenz zu ortsansässigen Landwirtinnen und Landwirten tritt, die sogar oftmals Kunden der HGP sind“, unterstreichen sowohl Fred Arkenberg, Kreislandwirt der Region Hannover und Vorstand des Landvolks Hannover als auch Wilfried Henties, Kreislandwirt in Peine und stellvertretender Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land, ihre Bedenken mit.

Eine eigens aus Landvolk-Vertretern gegründete Arbeitsgemeinschaft hatte das Ziel, für einen fairen Interessenausgleich zum Schutz des landwirtschaftlichen Bodenmarktes mit den Vertretern der HGP und SAG einzutreten. „Leider müssen wir nach nunmehr eineinhalb Jahren Austausch und Diskussion mitteilen, dass von Seiten der Vertreter SAG/HPG, den landwirtschaftlichen Betrieb weiter auszubauen zu wollen, die Gespräche ergebnislos beendet worden sind“, erklären die Landvolkvertreter.

Das Landvolk appelliert an alle Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sich auf das geld- und kreditwirtschaftliche Kerngeschäft mit allen seinen Facetten zu konzentrieren und nicht auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt in Konkurrenz zu allen Landwirtinnen und Landwirten zu treten. „Grundsätzlich ist aus unserer Sicht der Gesetzgeber in Niedersachsen gefordert, belastbare Schutzregelungen und Weisungen gegen außerlandwirtschaftliche Investoren im Allgemeinen und im Besonderen gegenüber Sparkassen als Anstalten des öffentlichen Rechts zu erlassen“, fordert das Landvolk die Politik zum Handeln auf. (LPD 61/2022)

Blühflächen, Rebhuhnstreifen und Lerchenfenster

Pressemitteilung der Region Hannover vom 28.07.2022:

Blühstreifen, auf die Bienen und Hummeln fliegen, „Fenster“ im Getreidefeld als Lande- und Brutplätze für die Feldlerche oder Altgrasstreifen als Lebensraum für Feldhasen und Wiesenvögel: Um dem Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft entgegenzuwirken, haben die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege vor vier Jahren ein gemeinsames Projekt für mehr biologische Vielfalt in der regionalen Agrarlandschaft ins Leben gerufen. Auch die Jägerschaft ist beteiligt. Was 2018 mit zunächst rund 90 landwirtschaftlichen Betrieben angefangen hatte, die auf ca. 120 Hektar ein ganzes Bündel unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umsetzten, wird in diesem Jahr von 142 Betrieben auf 252 Hektar Ackerfläche fortgesetzt. Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Region Hannover dazu ihre Förderung erneut aufgestockt: In diesem Jahr stehen 500.000 Euro bereit.

Einer der Teilnehmer ist der Landwirt Eckehardt Baumgarte aus Vörie. Auf seinen Ländereien im Ronnenberger Ortsteil Vörie hat er mehrjährige Blühflächen angelegt und damit einen – auch optisch schön anzusehenden – Rückzugsraum und Nahrungsgrundlage für viele Tierarten, insbesondere für Insekten geschaffen. Ein idealer Rastplatz für Wildbienen oder Schmetterlinge.

Die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, Sonja Papenfuß, betonte: „Unser gemeinsames Ziel ist es, den drohenden Artenschwund zu stoppen und mit einem fairen Ausgleich für die Landwirtschaft Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Zusammen entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind. Die Fördermittel, die die Region Hannover zur Verfügung stellt, sind in erster Linie ein Entgelt für die Leistungen und den Ertragsausfall der Landwirte.“

Während von Blühflächen hauptsächlich Feldvögel und Insekten profitieren, geht es im Biodiversitätsprogramm auch um den Feldhamster, der nur noch in Teilen der Calenberger Börde zu finden ist. Eine konkrete Hilfsmaßnahme ist das Aussparen von Getreidestreifen, die nicht geerntet werden und bis in das Folgejahr den Tieren Nahrung und Deckung bieten. Das Projekt „Hoher Halm“ ist neu im Biodiversitätsprogramm. „Bei der Ährenernte wird das Mähwerk an einigen Stellen hochgestellt. So verzeichnen die Landwirte zwar eine etwas geringere Erntemenge“, erklärt Peter Zanini, Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, „aber der Feldhamster bleibt besser geschützt und kann sich einen Wintervorrat anlegen.“

„Wir fühlen uns der Verbesserung der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft mit standortangepassten Maßnahmen verpflichtet“, betont auch der Vorsitzende des Landvolks Hannover, Volker Hahn: „Das Biodiversitätsprogramm von Region Hannover, Landvolk Hannover und Stiftung Kulturlandpflege soll dazu beitragen, die Biodiversität in der Agrarlandschaft in der Region Hannover in Kooperation mit den regionalen landwirtschaftlichen Betrieben zu fördern und zu verbessern. Entstanden ist die Idee aus der gemeinsamen Überzeugung, dass ein Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe ein geeignetes Instrument ist, die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern. Gemeinsam entwickelte Maßnahmen sowie eine jährliche Erfolgskontrolle sind dabei der Garant für die hohe Akzeptanz und Wirksamkeit der Maßnahmen.

Während sich die Region Hannover um die Mittelvergabe und die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde kümmert, übernimmt das Landvolk Hannover die Ansprache der Landwirte und die Vertragsabwicklung. Die Stiftung Kulturlandpflege, die über langjährige Erfahrung im Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft verfügt, kontrolliert und dokumentiert die Umsetzung der vereinbarten Vorhaben. So konnte nachgewiesen werden, dass über 75 Prozent der angelegten Feldlerchenfenster vom „Vogel des Jahres 2019“ als Brut- und Nahrungshabitat auch genutzt werden.

Gemeinsam konnte so eine Fülle von Maßnahmen entwickelt werden, mit denen die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft verbessert wird, beispielsweise die Anlage von Blühstreifen, Feldvogelinseln, Staffelmahd auf Grünlandflächen oder Maßnahmen für den Feldhamster.

Es sind im Einzelnen:
•    Blühstreifen und Blühflächen zur Förderung von Insekten.
•    Brachestreifen auf mageren Standorten, vorrangig an Gewässer- und Waldrändern, zur Förderung von Feldvögeln und Insekten.
•    Stoppelbrache in der Feldhamsterkulisse der Region Hannover zur Förderung des Feldhamsters.
•    Rebhuhnstreifen unter Nichterntung von Weizen zur Förderung des Rebhuhns.
•    Anlage von Feldlerchenfenstern in Getreide zur Förderung der Feldlerche.
•    Anlage von Erbsenflächen innerhalb von Raps-, Mais-, Rüben- und Getreidekulturen zur Förderung von Feldlerchen und Schafstelzen.
•    Grünlandextensivierung (Altgrasstreifen) zur Förderung von Feldhase und Wiesenvögeln.
•    Maßnahme „Hoher Halm“ zum Feldhamsterschutz

Die über die Jahre gewachsene hohe Beteiligung belege die Bereitschaft und das Engagement der Landwirte für den Naturschutz, betont das Landvolk Hannover. Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen, indem weitere Landwirte für das Projekt gewonnen werden.
„Unser gemeinsames Projekt wollen wir in den nächsten Jahren fortsetzen“, kündigte Sonja Papenfuß für die Region Hannover an.

Veröffentlicht: 28. Juli 2022
Bild: Setzen sich gemeinsam für mehr Biodiversität ein (von links): Anton Sartisohn, Stiftung Kulturlandpflege, Björn Roloff, Stiftung Kulturlandpflege, Arnd von Hugo, Landvolk Hannover e.V., Sonja Papenfuß, Region Hannover, Peter Zanini, Stiftung Kulturlandpflege, Joachim Hasberg, Landvolk Hannover e.V., Volker Hahn, Landvolk Hannover e.V., Meret und Eckehardt Baumgarte, Landwirte, sowie Wolfgang Fiedler, Region Hannover.
Bildquelle:
C. Kreutz, Region Hannover

Regionserntefest 2022

Tausende Besucherinnen und Besucher strömten am Sonntag, 11. September zum Regionserntefest nach Elze, zu dem Landvolk, Landfrauen und die Landjugend Wedemark eingeladen hatten. Das Fest war auch Tourenziel beim Regionsentdeckertag. Der Tag begann mit einem Freiluft-Gottesdienst auf der Festwiese neben dem Gasthaus Goltermann. Um 12 Uhr startete der Festumzug mit mehr als 20 Erntewagen, Fußgruppen und Musikzügen durch den Ort. Im Anschluss nahm Regionspräsident Steffen Krach die von den LandFrauen aus Getreideähren gebundene Erntekrone in Empfang .

Auf der Festwiese erwartete die Gäste ein buntes Familienprogramm: Musik und Tanzvorführungen auf der Bühne, Informationsstände zu Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Imkerei, Direktvermarkung, eine Landtechnik-Ausstellung und ein Bauern- und Handwerkermarkt luden zum Flanieren ein, während die Kinder sich auf der Hüpfburg austobten.

Zahlreiche Vereine und Gruppen aus Elze und anderen Ortsteilen der Wedemark beteiligten sich an der Umsetzung – vielen Dank an alle Beteiligten und helfenden Hände vor und hinter den Kulissen für die Unterstützung!

 

 

Kälberinitiative Niedersachsen (KiNi)

Im Juni 2022 ist die „Kälberinitiative Niedersachsen“ (KiNi) gestartet, um das Fachwissen von verschiedenen Kooperationspartnern aus dem Bereich der Milchwirtschaft in Niedersachsen zu bündeln. Zum Auftakt der Initiative findet am Montag, 11. Juli um 19.00 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung für Landwirtinnen und Landwirte statt: https://kaelberinitiative-niedersachsen.de/veranstaltungen/auftakt-landwirte/

Verschiedene niedersächsische Projektpartner haben 2022 die Kälberinitiative Niedersachsen – kurz KiNi – ins Leben gerufen. Diese bietet Milcherzeugern und Tierärzten neben einer Webseite mit umfangreichen und aktuellen Informationen auch Leitfäden, Workshops, Vorträge und Beratung bis hin zur Intensivberatung an, um eine nachhaltige Verbesserung in den Bereichen Geburts-, Fütterungs-, Haltungs- und Gesundheitsmanagement zu erzielen.

Alle Informationen zur Initiative, Ansprechpartner und Themengebiete sind zu finden unter: https://kaelberinitiative-niedersachsen.de/

Tag der Niedersachsen 2022

Landwirtschaft und Ernährung zum Anfassen präsentierten das Landvolk und die LandFrauen der Region Hannover beim Tag der Niedersachsen 2022 vom 10. bis 12. Juni in Hannover. Die Vereine informierten über verschiedene Ackerfrüchte, regionale und saisonale Lebensmittel sowie Maßnahmen zur Artenvielfalt.  Ein großer Dank gilt allen helfenden Händen, darunter den LandFrauen aus der Region Hannover, der Firma Strube und der einjährigen Berufsfachschule Gartenbau der Justus-von-Liebig-Schule in Ahlem: Vielen Dank für die Unterstützung!