Pflanzenschutzmittelkartell: Registrierung für Sammelklage

Im Hinblick auf das Pflanzenschutzmittelkartell, über welches wir in unserem Rundschreiben sowie in unseren Online-Winterveranstaltungen Ende Januar 2021 informiert hatten, besteht für Sie ab sofort die Möglichkeit, der Klägergemeinschaft in der von uns vorgestellten Variante ohne Prozesskostenrisiko beizutreten.

Dank der Finanzierung durch einen externen Dienstleister entstehen den Klägern keine Kosten. Der Prozessfinanzierer erhält bei Erfolg des Prozesses eine Beteiligung von 25% an der Schadenssumme. Sie als geschädigte Landwirtin bzw. als geschädigter Landwirt bekommen folglich im Erfolgsfall 75 Prozent des Ihnen durch das Kartell entstandenen Schadens (Schadensersatz für Mehrkosten und Zinsen) ersetzt.

Ab sofort besteht für Sie die Möglichkeit, der Klägergemeinschaft beizutreten, indem Sie sich auf der vom Landesverband dafür eingestellten Website unter folgendem Link für eine Klage registrieren:

https://limesurvey.landvolk.net/index.php/953159/

Bitte beachten Sie unbedingt die Registrierungsfrist! Für Sie als unser Mitglied besteht bis zum 15.04.2021 die Möglichkeit, sich online zu dem eben vorgestellten Verfahren zu registrieren.

Wir als Kreisverband prüfen im Nachgang Ihrer Registrierung Ihre Mitgliedschaft und werden diese gegenüber der Anwaltskanzlei bestätigen. Nur dann haben Sie das Recht, der Klägergemeinschaft beizutreten. Nach unsererseits erfolgter Bestätigung wird sich die Anwaltskanzlei unmittelbar mit Ihnen in Verbindung setzen.

Was müssen Sie wie nachweisen?
Als Kläger müssen Sie nachweisen, dass Sie im gegenständlichen Zeitraum zwischen 1998 bis 2015 oder in einzelnen Jahren bzw. Abschnitten innerhalb dieses Zeitraumes Pflanzenschutzmittel bezogen haben. Der Nachweis kann über die Rechnungen, Lieferscheine oder auch über Buchführungsunterlagen und Jahresabschlüsse erfolgen. Für die ökonomische Schadenschätzung im Vergleichszeitraum sollten auch die Einkaufsbelege 2016 bis 2020 vorgelegt werden.

Die Belege sind im .pdf-Format (z.B. nicht als Fotografie /.jpeg) an die Kanzlei zu übermitteln. Dies wird voraussichtlich über ein Hochladen auf einen Server erfolgen. Einzelheiten dazu werden Ihnen noch von der Anwaltskanzlei gesondert mitgeteilt.

Die digitale Belegerfassung (erstellen von .pdf-Dateien) kann von Ihnen selbst oder durch Dienstleister vorgenommen werden. Sollten Sie dabei Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an uns!

Bei Rückfragen können Sie sich gerne in unserer Geschäftsstelle in Hannover unter 0511-400 787 0 melden.

Konstruktive Gespräche bei Edeka in Minden

Regionale Produkte stärker bewerben und Herkunft klar kennzeichnen

L P D – Wertschätzung – nicht nur in Euro und Cent – wünschen sich Niedersachsens Landwirte in der Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Seit Monaten schwelt die Debatte um Preise für Milch und Fleisch, um die reelle Bezahlung der Erzeuger für Obst, Gemüse und Getreide. Es gab Proteste, laut und leise, es gab Gespräche vor und hinter den Kulissen. Ein Dutzend Berufskollegen, darunter das Präsidium des Landvolk Niedersachsen sowie Vertreter von Land schafft Verbindung (LsV), Basisbauern und Junglandwirten waren gestern bei der norddeutschen Verwaltung von Edeka in Minden, um in mehreren Arbeitsgruppen gemeinsam mit dem Konzern (regionale) Marketingstrategien auszuloten.

Dass bei den Landwirten von den steigenden LEH-Gewinnen im zurück liegenden Corona-Jahr noch nichts angekommen ist, zeigen die neuen Zahlen: Im Dezember 2020 gingen die Preise für Schlachtschweine im Vergleich zum Vorjahr um knapp 40 Prozent zurück. Insgesamt sanken die Preise für tierische Erzeugnisse im Dezember um 15,5 Prozent. Bei Kartoffeln dagegen verhält es sich wie bei den Schweinen: Ein Überangebot führt zu sinkenden Preisen. Gründe sind die große Erntemenge, die fehlende Nachfrage seitens der Gastronomie und die weggebrochenen Exporte. Der Preis für Speisekartoffeln sank im Dezember um mehr als 50 Prozent, im November waren sie rund 49 Prozent günstiger als im November 2019. Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt nahmen um 9,1 Prozent ab im Vergleich zum Dezember 2019. Die Situation der Milchviehhalter bleibt weiterhin extrem angespannt: Einige Molkereien mussten aufgrund der schlechteren Erlöse aus Butter und Käse jetzt ihre Milchauszahlungspreise leicht nach unten korrigieren. Gleichzeitig ist die Kostenbelastung für die Betriebe vor allem wegen der Futterkosten unvermindert hoch. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies nun zufrieden mit den Ergebnissen der Gespräche in Minden: „Edeka hat seine Hausaufgaben gemacht. Wir haben gemeinsam beschlossen, dass der Händler die regionalen Produkte stärker bewirbt und dass die Herkunft aus Deutschland klar gekennzeichnet werden soll.“ Denkbar ist zum Beispiel eine Kampagne mit Erzeugern aus verschiedenen Regionen Niedersachsens. „Um die angespannte Situation auf den Höfen nachhaltig zu verbessern, kann das ein Baustein sein. Viele weitere Aktivitäten sind aber dringend nötig. Entscheidend für die Erzeuger bleibt die mittel- und langfristige Verbindlichkeit der Verabredungen aller LEH-Konzerne“, bekräftigt Hennies abschließend. (LPD 14/2021)

 

Foto: Landvolk Niedersachsen

Situation von Frauen in der Landwirtschaft: SVLFG unterstützt Umfrage

Pressemitteilung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau vom 10.02.2021:

Das Thünen-Institut und die Universität Göttingen führen in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband eine Umfrage zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben inklusive Garten-, Obst- und Weinbau durch. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau wirbt dafür, an der Umfrage teilzunehmen.

Mit der bundesweiten Studie soll ermittelt werden, wie das Leben und Arbeiten von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben wirklich aussieht, wie ihre Erfahrungen sind, was sie sich wünschen und ihnen Sorgen bereitet. Die Befragung soll Hinweise für eine zukünftige Politik liefern, die die Belange von Frauen in der Landwirtschaft im Blick hat.

Zur Teilnahme an der Umfrage sind Frauen aufgerufen, die in einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten, egal ob als Unternehmerin, Angestellte oder mitarbeitende Familienangehörige. Auch jene Frauen, die mit ihrer Familie auf einem Hof leben, aber außerhalb der Landwirtschaft arbeiten, sind gefragt – ebenso Frauen, die früher aktiv in der Landwirtschaft gearbeitet haben.

Über diesen Link gelangt man zur Umfrage: www.frauenlebenlandwirtschaft.de/uc/2020

NEIN zum Insektenschutzprogramm, JA zum „Niedersächsischen Weg“

Das Gesetz zum Aktionsprogramm Insektenschutz (API) soll am 10. Februar ohne elementare Änderung beschlossen werden. Es hebelt den Niedersächsischen Weg, insbesondere die Entschädigungslösung, aus, betrifft Flächen in Schutzgebieten (FFH usw.), sieht unter anderem 5 Meter Gewässerrandstreifen ohne Pflanzenschutz & Düngung vor (sogar 10 Meter bei unbegrünten Randstreifen) und stellt artenreiches Grünland unter Biotopschutz.

Vor diesem Hintergrund ruft der Landvolk Landesverband Niedersachsen mit seinen Kreisverbänden zu kurzfristigen Aktionen auf.

In einem gemeinsamen Schreiben an das Bundeskanzleramt haben alle Kreisvorsitzenden im Landvolk und der DBV dargestellt, wie groß die Flächenbetroffenheit in den Kreisen ist, und aufgezeigt, wie deutlich der absolute Widerspruch und der Vertrauensverlust zu den diversen Ländervereinbarungen (Nds. Weg) sind.

Die Beschlüsse vom September 2019 zwischen CDU und SPD sind durch die Entwicklungen insbesondere in den Bundesländern überholt. Für Niedersachsen würde die Umsetzung in jeglicher Form mit den Vereinbarungen zum Niedersächsischen Weg kollidieren.

Unsere Kernbotschaften lauten:

  • Die Bundesregierung zerstört gute Regelungen im Umweltschutz in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg, die von Landwirten, der Politik und den führenden Naturschutzverbänden gemeinsam erarbeitet wurden.
  • Insektenschutz geht nur mit den Landwirten.
  • Es gibt Lösungen, die Insekten schützen, ohne die Existenz von landwirtschaftlichen Betrieben zu vernichten.

Wir bitten daher jeden Betriebsleiter/jede Betriebsleiterin, die individuelle Betroffenheit in kurzen klaren Sätzen zu beschreiben und sowohl an das Kanzleramt als auch an die örtlichen MdL und MdB zu formulieren. Unten stehende finden Sie außerdem ein Musterschreiben, das Sie als betroffene Landwirtinnen und Landwirte ergänzen und individualisieren und über das Kontaktformular des Bundeskanzleramt über https://m.bundeskanzlerin.de/bkinm-de/kontakt senden können.

Anschreiben API Bundeskanzleramt

Agrardieselantrag 2020

Seit diesem Jahr können Sie online Ihren Agrardieselantrag stellen über das Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG-Portal) des Zolls (https://www.zoll-portal.de/bug-frontend-idpp/startseite/MID00_01_Startseite_BenutzerAnmelden.xhtml ).
Zur Registrierung für das Portal benötigen Sie zusätzlich ein ELSTER-Zertifikat zur Identifizierung des Antragsstellers. Dieses können Sie unter www.elster.de beantragen. Hier müssen Sie ein Benutzerkonto erstellen, um eine Zertifikatsdatei herunterladen zu können. Wichtig ist, dass Sie bei der Frage „Für wen ist die Registrierung bestimmt?“ unbedingt „Für eine Organisation“ auswählen, auch wenn Ihr Betrieb ein Einzelunternehmen ist. Andernfalls funktioniert die Identifizierung im BuG-Portal nicht. Sie erhalten per Mail und Post Ihre Zugangsdaten für ELSTER und können dann die Zertifikatsdatei herunterladen. Im BuG-Portal müssen Sie sich wieder über das Zugangsmittel „Email- und Passwort“ anmelden. Unter dem Reiter „BuG-Konto“ können Sie unter „Zugangsmittelübersicht“ Ihr ELSTER-Zertifikat hinzufügen. Der Zoll muss dieses dann noch freischalten und Sie können in Zukunft als Zugangsmittel „ELSTER“ auswählen.

Wichtig: Eventuell soll es im Laufe des Jahres noch zu einer Vereinfachung kommen für Berater/Innen. Berater/Innen sollen dann eventuell in einem eigenen Zugangsbereich Agrardieselanträge ohne ELSTER-Zertifikate für Betriebe hochladen können.

Wichtig: Sie können noch weitere 3 Jahre den Dieselantrag auf dem Postweg abgeben ohne Registrierung im BuG-Portal. Sollten Sie in Bezug auf solche Online-Verfahren nicht sehr erfahren sein, empfehlen wir Ihnen, den Dieselantrag in der Übergangszeit auf dem Postweg zu stellen. Das Formular 1142 (vereinfachter Antrag) und 1140 (langer Antrag) finden Sie hier zum Download.

Einwendungen zur Landesdüngeverordnung

Niedersachsen weist derzeit nitrat- und phosphatsensible Gebiete auf Basis einer im September im Bundesrat verabschiedeten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) neu aus.

Da es sich um eine Verordnung handelt, ist eine Bürgerbeteiligung nicht vorgesehen. Dennoch bitten wir alle betroffenen Betriebe, ihre Betroffenheit gegenüber dem ML zu schildern, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen.

Das nds. Landwirtschaftsministerium hat in einer aktuellen Mitteilung eine zentrale Kontaktadresse zur Verfügung gestellt, an die sich Betroffene wenden und ihre Fragen stellen können, diese lautet: Paragraf13a.duev@ml.niedersachsen.de

Die Pressemitteilung finden Sie unter folgendem Link: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/welche-anforderungen-gelten-in-den-roten-gebieten-196508.html

Wir empfehlen Ihnen, sich bis zum 03.02.21 mit einem individuellen Schreiben an das Ministerium zu wenden und Ihre persönliche Betroffenheit zu schildern. Dazu reicht eine kurze Darstellung Ihrer einzelbetrieblichen Situation, z.B. mit der Angabe der betroffenen Feldblöcke aus.

Sollten Sie Fragen dazu haben oder Unterstützung bei der Ausformulierung wünschen, melden Sie sich gerne bei uns in der Geschäftsstelle.

„Rote Gebiete“: Aktuelle Informationen

Auf Basis der im September im Bundesrat verabschiedeten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) weisen die Bundesländer derzeit die nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete neu aus. Das Kabinett hat im Dezember 2020 dem Entwurf der Ausweisung der nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete in Niedersachsen zugestimmt. Die Neufassung der „Niedersächsischen Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat oder Phosphat (NDüngGewNPVO)“ befindet sich derzeit in der Verbandsbeteiligung. Die Verbandsbeteiligung dauert sechs Wochen. Anschließend werden die Stellungnahmen gesichtet und bewertet. Danach soll die Freigabe durch das Kabinett erneut eingeholt werden und anschließend kann die rechtskräftige Veröffentlichung der Verordnung erfolgen. Damit wird im März 2021 gerechnet.

Die Abgrenzung der nitratsensiblen Gebiete erfolgte in einem dreistufigen Verfahren, dem in den ersten beiden Schritten insbesondere die wasserwirtschaftliche Bewertung und die Messwerte der Grundwassermessstellen zugrunde lagen. Im dritten Schritt wurden Emissionsdaten berücksichtigt.

Für unsere Region bedeutet die geänderte Festlegung für die Betriebe im südlichen Bereich eine Befreiung aus den roten Gebieten, große Teile östlich des Leineverlaufs sind aber als rotes Gebiet neu ausgewiesen worden. Die Erläuterungen, wie die Landesregierung vorgegangen ist, können Sie den „Informationen zu den Roten Gebieten“ auf der Seite des ML entnehmen:

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/dungeverordnung-karten-fur-rote-gebiete-liegen-vor-195780.html

Für uns als Landvolkverband ist die Art und Weise der Gebietsabgrenzung in keiner Weise nachvollziehbar und bildet überhaupt nicht das tatsächliche Düngeverhalten des Einzelbetriebs ab. Ebenso liegt das Ergebnis der Messstellenüberprüfung durch das MU immer noch nicht vor. Durch die in der angehängten PDF-Datei dargestellte Vorgehensweise bleiben nahegelegene grüne Messtellen unberücksichtigt und werden von weiter weg liegenden roten Messstellen durch die Ausweisung großer Gebietskulissen überdeckt. Selbst das LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie), welches die Daten zum Denitrifikationspotenzial liefert, stuft das Verfahren als ungeeignet ein, da über das Meldeprogramm ENNI inzwischen eine wesentlich bessere und genauere Datengrundlage existiert.

Auf Landesebene werden wir demzufolge weiterhin gegen die Umsetzung der DüVo klagen und Sie dazu weiterhin auf dem Laufenden halten. Nichtsdestotrotz müssen wir Sie für Ihre aktuelle Düngeplanung über die zurzeit geltenden Regeln informieren:

Ab dem 01.01.2021 bis zum Inkrafttreten der neugefassten NDüngGewNPVO müssen in den in 2019 veröffentlichten „roten Gebieten“ und in einer sogenannten Auffangkulisse nach § 13a Abs. 4 DüV die folgenden sieben bundesrechtlich verpflichtenden Maßnahmen für nitratsensible Gebiete eingehalten werden:

  1. Reduktion der Stickstoffdüngung um 20 % bezogen auf den Ø der Betriebsflächen in den ausgewiesenen Gebieten,
  2. flächenscharfe Berechnung der 170 kg Norg/ha-Grenze,
  3. Verlängerung Sperrfrist N-Düngung auf GL um vier Wochen,
  4. Verlängerung Sperrfrist Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost,
  5. Herbstdüngung bei Zwischenfrüchten nur mit Futternutzung zulässig oder mit Festmist von Huf- und Klauentieren bis in Höhe von 120 kg Gesamt-N/ha und keine Herbstdüngung zu Wintergerste und Winterraps; Ausnahme für Winterraps bei Nachweis Nmin-Gehalt < 45 kg/ha,
  6. Düngerestriktion auf GL im Herbst ab dem 1. Sep. bis Beginn Sperrfrist auf 60 kg Gesamt-N/ha,
  7. verpflichtender Anbau einer Winterzwischenfrucht vor Sommerungen, die mit wesentlichen N-Mengen gedüngt werden sollen.

Weiterhin sieht der aktuelle Verordnungsentwurf folgende zusätzliche Maßnahmen vor:

  1. Einarbeitung von Dünger auf unbestelltem Ackerland innerhalb 1 Stunde,
  2. Verpflichtender Anbau einer Untersaat zu Mais mit einem Erntezeitpunkt nach dem 1.10., wenn auf den Flächen im Folgejahr eine Sommerung angebaut und diese gedüngt werden soll,
  3. um 10 Prozentpunkte höhere Mindestwerte für die Stickstoff-Ausnutzung aus organischen/organisch-mineralischen Düngemitteln zu Mais und Hackfrüchten, ausgenommen Kartoffeln,
  4. digitale Meldepflicht in Bezug auf Düngebedarf, Nährstoffeinsatz und die 170 kg N/ha-Obergrenze.

 

Die Übergangsgebietskulisse (Auffangkulisse nach § 13a Abs. 4 DüV + NDüngGewNPVO 2019) bis zum Inkrafttreten einer neuen Düngeverordnung kann ebenso wie die Lage der zukünftigen „roten“ Feldblöcke nach neuer Fassung (ENTWURF Neufassung NDüngGewNPVO) über das so genannte „LEA-Portal“ eingesehen werden. Das Portal kann unter https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/ aufgerufen werden.

Bitte beachten: Auf der linken Seite sind unter dem Punkt „Ebenen“ folgende Häkchen bei „Düngeverordnung“ zur Darstellung der Übergangskulisse zu setzen:

  • „Düngeverordnung“
  • “ Auffangregelung nach § 13a (…) / „Gebiete nach § 13a Abs 4“ und
  • „NDüngGewNPVO“ / „Gebietskulisse Grundwasser“

 

Zu den phosphatsensiblen Gebieten:

Gemäß der DüV und AVV sind eutrophierte Gebiete (phosphatsensible Gebiete) auszuweisen. Zu bewerten sind dabei sowohl Fließgewässer als auch Seen. Die Oberflächengewässer sind nach den Kriterien signifikante Einträge aus der Landwirtschaft, Überschreitung der chemischen Umweltqualitätsnormen für Phosphor und Überschreitung von biologischen Qualitätsnormen (Makrophyten und Phythobenthos oder Phytoplankton) zu bewerten. Aufgrund fehlender Daten für Fließgewässer wurde derzeit in Niedersachsen nur die bekannte Seengebietskulisse ausgewiesen. Daher greift flächendeckend in Niedersachsen bis zur Ausweisung einer Fließgewässergebietskulisse die sogenannte Rückfallregelung. Das heißt, dass niedersachsenweit an allen Gewässern fünf statt vier Metern Abstand bei der Düngung einzuhalten sind. Bei vorhandener Grenzstreueinrichtung kann dieser Abstand auf 1 Meter verringert werden.

 Weiteres Vorgehen unter Beachtung der Düngeplanung und Düngung:

Bei der diesjährigen Düngung sind die o.g. 7 Punkte in der Übergangsgebietskulisse einzuhalten. Sofern es zu keiner Verabschiedung einer Neuausweisung der nitratsensiblen Gebiete kommt, würden für die gesamte Region Hannover die o.g. Düngungsbeschränkungen dann gelten.  Ab Inkrafttreten der Neuausweisung, wovon auszugehen ist, gelten „nur“ noch die Feldblöcke als rote Flächen, die im LEA Portal nach dem Setzen eines Häkchens bei „Entwurf Neufassung NDüngeGewNPVO“ erkennbar sind. Nach dem Inkrafttreten der Neuausweisung müssen für „grüne“ Flächen keine zusätzlichen Maßnahmen eingehalten werden. Somit kann nach Inkrafttreten der neuen Landesdüngeverordnung gegebenenfalls bei einzelnen Flächen nachgedüngt werden, die nicht in einem roten Feldblock gelegen sind.

Der Landesverband und die Kreisverbände werden sich an der Verbandsanhörung beteiligen, zumal die jetzige Abgrenzung der roten Flächen in vielen Bereichen nicht nachvollziehbar ist. Da der Bund und die Länder unter erheblichem Handlungsdruck stehen, wird wohl der jetzige Entwurf vom Kabinett beschlossen und nach Brüssel gemeldet werden.

Wie oben beschrieben, wird auf Landesebene daran gearbeitet, landwirtschaftliche Betriebe im Klageverfahren gegen die nds. Umsetzung der DüVo zu begleiten.

Bitte nutzen Sie unsere digitalen Winterveranstaltungen am 26.01., 27.01. bzw. 28.01., um sich über unsere Arbeit zu informieren und Fragen an das Ehren- und Hauptamt zu stellen.

Sofern Sie Ihre örtlichen Landtagsabgeordneten auf die Ausweisung der roten Gebiete ansprechen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf. 

Torsten Nordmann neuer Geschäftsführer

Seit diesem Jahr liegt die Geschäftsführung des Landvolks Hannover in den Händen von Torsten Nordmann, der in den vergangenen fast neun Jahren bereits als Jurist für unseren Verband tätig war. Torsten Nordmann tritt die Nachfolge von Dr. Carl Dohme an, der nach 15 Jahren als Geschäftsführer nun freiberuflich als Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Agrar- und Erbrecht tätig sein wird.

Ab April 2021 neue „rote Flächen“

Ab sofort kann sich jeder Betrieb einen Überblick über die mögliche Betroffenheit bezüglich der neu abgegrenzten  „nitratbelasteten“ Feldblöcke verschaffen:

https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/

Bitte setzen Sie auf der linken Seite unter dem Punkt „Ebenen“ folgende Häkchen: „Düngeverordnung“ / Unterpunkte „Düngeverordnung“, „Entwurf Neufassung NDüngGewNPVO“ und „Entwurf mit Nitrat belastete Gebiete“.

Zwischen dem 01.01.2021 und dem Inkrafttreten der Neuabgrenzung im März/April 2021 gelten alle landwirtschaftlichen Nutzflächen als rotes Gebiet, die beim Häkchen “Gebiete nach § 13a Abs 4” und “NDüngGewNPVO” – “Gebietskulisse Grundwasser” innerhalb der dann sichtbaren Gebiete gelegen sind.

Ab Inkrafttreten der Neuabgrenzung gelten “nur” noch die Feldblöcke als rote Flächen, die beim Häkchen “Entwurf Neufassung NDüngGewNPVO” – “Entwurf mit Nitrat belastete Gebiete” erkennbar sind.

Nährstoffvergleich 2020

Mit der Novellierung der Düngeverordnung vom 1. Mai 2020 ist die Pflicht zur Erstellung von Nährstoffvergleichen entfallen.
Weiterhin besteht die seit Jahren geltende sogenannte 170 N-Grenze (§6 (4) DüV), nach der im Betriebsdurchschnitt nicht mehr als 170 kg Gesamt-N je Hektar aus organischen und organisch-mineralischen Düngern ausgebracht werden dürfen.
Mit der neuen Düngeverordnung, die am 1. Mai in Kraft getreten ist, kommt folgende Änderung:

Flächen, auf denen eine Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern beschränkt ist (Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet etc.), sind bei der Berechnung der 170 N-Grenze zu berücksichtigen. Das schließt auch die Beweidung mit Nutztieren ein. Solange eine Beweidung ohne Einschränkung zulässig ist und der Betrieb Weidetiere hält, zählt eine Grünlandfläche zu 100 Prozent bei der 170 N-Grenze mit. Ist die Beweidung eingeschränkt, bspw. „max. 1 GV/ha“, muss diese Einschränkung in kg N umgerechnet werden. Bezüglich dieser Umrechnung entspricht eine GV 80 kg N.

Um dieser Dokumentationspflicht nachzukommen, empfehlen wir unseren Mitgliedern, weiterhin den Nährstoffvergleich zu erstellen. Wie in den vergangenen Jahren bieten wir Ihnen auch weiterhin die Erstellung des Nährstoffvergleiches an. Bei Interesse senden Sie uns bitte den ausgefüllten Erfassungsbogen für den Nährstoffvergleich zu. Sie finden ihn in unserem Download-Bereich und direkt hier: Nährstoffvergleich Erfassungsbogen 2019/2020

Aufgrund der aktuellen Lage sehen wir derzeit von Beratungsterminen ab.

Bitte beachten Sie: Sie als landwirtschaftlicher Betrieb sind mit der Novellierung der Düngeverordnung verpflichtet, jede Düngungsmaßnahme innerhalb von 2 Tagen aufzuzeichnen. Diese Angabe muss schlaggenau erfolgen und Sie müssen die Art, die Menge und die Nährstoffgehalte jedes aufgebrachten Düngers dokumentieren.

Bei Fragen stehen Ihnen in unserer Ahlemer Geschäftsstelle unsere Berater zur Verfügung:
Alexander Burgdorf, 0511-400 787 17, burgdorf@landvolk-hannover.de
Dorothee Möller, 0511-400 787 28, moeller@landvolk-hannover.de