LKK zahlt Prämie bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen

Die SVLFG informiert in ihrer Pressemitteilung vom 7. August 2020:

Mitglieder der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) können eine Prämie beantragen, wenn sie im abgelaufenen Kalenderjahr länger als drei Kalendermonate dort versichert waren und keine Leistungen für sich und ihre über 18 Jahre alten mitversicherten Angehörigen in diesem Kalenderjahr beansprucht haben.
Die Prämie beträgt ein Zwölftel der im Kalenderjahr gezahlten Beiträge. Wer für 2020 eine Prämie in 2021 erhalten möchte, muss dies der LKK bis zum 30. September 2020 schriftlich mitteilen. Diese Frist gilt jedoch nur für diejenigen, die bisher noch keine Teilnahmeerklärung abgegeben haben. Wurde in 2019 bereits eine solche eingereicht, so verlängert sich diese automatisch um ein Jahr, sofern sie nicht gekündigt wurde. Das Formular hierfür – falls noch keine Teilnahme beantragt wurde – kann im Internet abgerufen werden unter www.svlfg.de/mediencenter.
Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen können weiterhin erfolgen, ohne dass die Prämie entfällt. Dazu gehören unter anderem Leistungen der Primärprävention, zur Verhütung von Zahnkrankheiten, bei Schwangerschaft und Mutterschaft oder zur Früherkennung von Krankheiten (zum Beispiel Krebsvorsorge oder Herz-Kreislauf-Check-up) sowie Schutzimpfungen oder Kindervorsorgeuntersuchungen. Mitversicherte Kinder unter 18 Jahren sind komplett ausgenommen, das heißt, der Kinderarztbesuch schmälert die Prämie nicht. Der Antrag ist ein Jahr lang bindend. Er kann vom Mitglied mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf eines Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Ansonsten verlängert er sich jeweils um ein weiteres Jahr.

Aktuelles aus der Agrarförderung und Düngeverordnung

1. Die Nutzung von öVF-Brachen (NC 062) zur Futtergewinnung kann ab sofort beantragt werden.
Ab sofort kann ein Antrag auf Nutzung von öVF-Brachen (062) gestellt werden. Eine Nutzung ist jedoch erst nach dem Zeitraum der Anbaudiversifizierung ab 16.07.2020 und der erteilten Genehmigung durch die LWK möglich. Weitere Informationen und den Antrag finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/19/article/34455.html , Webcode: 01035612

2. Modifikationsantrag öVF Zwischenfrucht
Bitte überprüfen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben zur Zwischenfrucht für die ökologische Vorrangfläche. Sollten sich Änderungen ergeben haben, denken Sie an den Modifikationsantrag. Dieser muss bis 1.10. gestellt werden. In diesem Jahr erfolgt die Änderung erstmalig in ANDI (https://sla.niedersachsen.de/andi-web/#/login). Die Funktion wird demnächst freigeschaltet.

3. Umgang mit Brachflächen
Aus der Erzeugung genommene Ackerflächen mit der Codierung 590/591 sowie Feldrandstreifen mit dem ÖVF-Code 058 dürfen vom 01.04. bis 30.06. des jeweiligen Antragsjahres nicht gemäht, gemulcht oder zerkleinert werden. Ab dem 01.07. ist das Mähen aus Sicht der Agrarförderung erlaubt, unter Berücksichtigung der Brut- und Setzzeit (01.04. bis 15.07.) allerdings erst ab dem 16.07. möglich. Die Bodenbearbeitung für die unmittelbar anschließende Aussaat einer Winterkultur ist ab dem 01.08. erlaubt. Die Aussaat einer Sommerung kann ab dem 01.01. des Folgejahres erfolgen. Anders ist dies bei Ackerflächen mit der Codierung 594/595 (einjährige bzw. mehrjährige Honigbrache). Im Zeitraum vom 01.10. bis 15.11. des Antragsjahres ist das Mähen und Zerkleinern zulässig. Bei mehrjährigen Honigbrachen darf dieses aber erst im zweiten Jahr nach Anlage erfolgen. Die einjährige Honigbrache darf ab dem 01.10. bearbeitet bzw. umgebrochen werden, wenn eine Winterung folgt. Folgt eine Sommerung, ist dieses erst ab dem 01.01. des Folgejahres erlaubt.
Bei Abschluss von Maßnahmen im Rahmen unseres Biodiversitätsprojektes mit der Region Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege können die oben genannten Fristen abweichen, hierzu beachten Sie bitte die im Vertrag stehenden Auflagen des Bewirtschafters.

4. Herbstdüngebedarfsermittlung
Mit Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung am 1. Mai 2020 sind weitere einschränkende Vorgaben für die Bemessung der Herbstdüngung zu beachten. Die grundsätzlichen Vorgaben des Vorjahres bleiben bestehen. Die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland beginnt weiterhin mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Abweichend von diesem Grundsatz dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoffdünger bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss.
Neu ist die Regelung der Anrechnung des Stickstoffs aus der Herbstdüngung zu Wintergerste oder Winterraps auf den N-Düngebedarf im folgenden Frühjahr. Hierbei ist die Menge an verfügbarem Stickstoff, die nach Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 1. Oktober zu Winterraps oder Wintergerste aufgebracht wurde, vom N-Düngebedarf im Frühjahr abzuziehen.
Ab August kann der Herbstdüngebedarf mithilfe von ENNI (https://www2.meldeprogramm-niedersachsen.de/ENNI_LWKNDS_PR/Anmeldung.xhtml) ermittelt werden.
Weitere Informationen und Beispielrechnungen zur Anrechnung von verschiedenen organischen Düngern finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/96/nav/2207/article/35781.html, Webcode: 01036991

5. Dokumentation der Düngungsmaßnahmen gemäß § 10 Absatz 2 DüVo
Die Novellierung der Düngeverordnung ist seit dem 30.04.2020 in Kraft. Seitdem ist der Betriebsinhaber gemäß § 10 Absatz 2 verpflichtet, spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme diese zu dokumentieren. Um dieser Pflicht nachzukommen, stellt die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine EXCEL-Anwendung als Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese ist keine Pflichtanwendung. Sollte ein vorhandenes Programm z.B. Ackerschlagkartei auf dem Betrieb bereits die Vorgaben der Aufzeichnungspflicht gem. § 10 (2) DüVo erfüllen, kann dieses selbstverständlich zur Dokumentation herangezogen werden. Die Excel-Anwendung finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/duengebehoerde/nav/2207/article/35715.html, Webcode: 01036923

6. Agrardiesel
Am 30.09.2020 läuft die Frist für die Steuerentlastung (Agrardieselantrag für das Verbrauchsjahr 2019) ab. Antragseingänge nach dem 30.09. führen ausnahmslos zur Ablehnung. Der Poststempel reicht nicht aus! Das Formular 1142 (vereinfachter Antrag) bzw. 1140 (bei Änderungen bezüglich Betriebsart, Personenkreis oder auch bei Fahrzeugen/Maschinen erforderlich) ist ausreichend. https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Energie/Steuerbeguenstigung/Steuerentlastung/Betriebe-Land-Forstwirtschaft/Antragsverfahren/antragsverfahren.html

Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gerne an unsere Berater!

Dorothee Möller, Montag bis Mittwoch, 0511/400787-28, moeller@landvolk-hannover.de
Alexander Burgdorf, Dienstag bis Donnerstag, 0511/400787-17, burgdorf@landvolk-hannover.de

Regionserntefest 2020

In diesem Jahr wollten das Landvolk Hannover und die Landjugend Wedemark gemeinsam das „Regionserntefest“ ausrichten. Da die Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Vorschriften und Maßnahmen noch völlig offen sind und nicht abgeschätzt werden können, wird das Regionserntefest in seiner ursprünglich geplanten Form in diesem Jahr nicht stattfinden, sondern verschoben auf Sonntag, 12. September 2021.

Alternativ zur geplanten Großveranstaltung möchten wir dennoch die diesjährige Ernte feiern: Mit einem Erntedankgottesdienst am 4. Oktober 2020 in Elze, um dort der Region Hannover die Erntekrone zu überreichen. Weitere Details folgen zu gegebener Zeit.

Für mehr biologische Vielfalt: Lerchenfenster in Negenborn  

Biodiversitätsprojekt von Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege

Hannover/Wedemark. Durch ihren Gesang gelten die Feldlerchen als die Frühlingsboten schlechthin. Doch mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand der optisch eher unauffälligen Vögel rückläufig. Für ihren Bruterfolg sind sie auf offene Stellen in Getreidefeldern angewiesen. In Negenborn unterstützt die Landwirtsfamilie Heins den „Vogel des Jahres 2019“ bei der Aufzucht des Nachwuchses und der Nahrungssuche: Auf insgesamt rund 5.000 Quadratmeter Fläche unterblieb in diesem Jahr die Aussaat.

„Die entstandenen Freiflächen im Acker, auf denen dann Wildkräuter wachsen, nutzen die Vögel als Landebahn und zur Nahrungssuche, ihr Nest haben sie im angrenzenden Bestand“, erläutert Günter Wendland, Leiter des Teams Naturschutz Ost der Region Hannover, die Funktion der so genannten „Lerchenfenster“. Die Bruthilfe in der Wedemark gehört zu einem Biodiversitätsprojekt, das die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen gemeinsam entwickelt haben.

„Die Situation der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft hat sich deutlich verschlechtert, besonders stark betroffen sind Vögel und Insekten. Aber auch Grünland, Wiesen und Weiden stehen unter Druck und mit ihnen viele gefährdete Arten der Farn- und Blütenpflanzen“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, Sonja Papenfuß: „Nur mit einem besonderen Engagement der Landwirte kann das Ziel erreicht werden, den Schutz, den Erhalt und die Pflege der Arten und Ökosysteme zu gewährleisten. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind.“

Als Entgelt für die Leistungen der Landwirte stellt die Region Hannover in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung. Auf rund 250 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche können so eine Reihe ganz unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden: Neben Fenstern für Brutvögel gehören dazu auch Blühflächen mit Honigtracht – 10.000 Quadratmeter hat die Familie Heins auf ihren Flächen eingesät – oder die Extensivierung von Grünland. 150 Betriebe in der Region beteiligen sich in diesem Jahr.

Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover: „Die große Resonanz zeigt deutlich, dass Landwirte in unserer Region bereit sind, Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe zu betreiben, um die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern.“  Profitieren sollen dabei neben den heimischen Feldvögeln auch Insekten, Feldhamster und Hasen.

Weiterer Partner im Biodiversitätsprojekt ist die Stiftung Kulturlandpflege: Sie hat in den über 20 Jahren ihres Bestehens mehr als 200 Naturschutzprojekte in Niedersachsen koordiniert und unterstützt. Schwerpunkt ist die Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in Kooperation mit der Landwirtschaft. Da in Negenborn schon im letzten Jahr Feldlerchen zu hören waren, freut sich Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, über die 2020 fortgesetzte Beteiligung des Betriebs der Familie Heins: „Die Brutvogelinseln wurden speziell für Feldlerchen angelegt. Es wäre toll, wenn eine Feldlerche auch in dieser Saison durch ihren Gesang die Wirksamkeit der Maßnahme bestätigen würde.“

Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen. Der Betrieb in Negenborn jedenfalls wäre auch im nächsten Jahr gerne wieder mit dabei. Christine Heins, Landwirtin und Tochter des Betriebsleiters Joachim Heins: „Das Biodiversitätsprogramm fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern zeichnet sich auch durch einen verhältnismäßig geringen bürokratischen Aufwand aus. So können Landwirte ihre Maßnahmen flexibel und kurzfristig gestalten und haben außerdem hier in der Region ihre Ansprechpartner vor Ort.“


 

„Der Niedersächsische Weg“

Der „Niedersächsische Weg“ ist eine Vereinbarung zwischen Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landesregierung und den Umweltverbänden Nabu und BUND über Maßnahmen zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Der Abschluss der Vereinbarung steht noch aus, den aktuellen Entwurf finden Sie hier zum Download: Der Niedersächsische Weg

Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke hat sich dazu in einem Schreiben an alle Landwirtinnen und Landwirte gewandt. Seine Erläuterungen finden Sie hier zum Download: Präsidentenschreiben Der Niedersächsische Weg

Weitere Informationen finden sich auf folgenden Seiten:

www.niedersaechsischer-weg.de (Landvolk Niedersachsen),

www.niedersachsen.de/niedersaechsischer-weg (Land Niedersachsen)

www.artenretter-niedersachsen.de (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/der-niedersachsische-weg-188638.html (Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

 

Über den aktuellen Stand (26.08.2020) informiert das Landvolk-Präsidium hier:

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Hier ein Statement von Vizepräsident Holger Hennies:

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Website für Anmeldung von Saisonarbeitern aus Osteuropa

Webseite https://saisonarbeit2020.bauernverband.de freigeschaltet

Auf dem Portal  https://saisonarbeit2020.bauernverband.de müssen landwirtschaftliche Betriebe die Registrierung und Anmeldung ihrer Saisonarbeitskräfte für die Monate April und Mai 2020 vornehmen. Dieses Portal und das mit der Bundesregierung vereinbarte Anmeldeverfahren sind ausschließlich für Betriebe der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus sowie für deren Saisonarbeitskräfte vorgesehen.

Zunächst muss sich der Betrieb online auf dem Portal registrieren und kann dann seine Saisonarbeitskräfte mit konkreten Einreisedaten anmelden. Diese Daten werden der Bundespolizei für die Einreise gemeldet. Zuvor müssen die landwirtschaftlichen Betriebe selbstständig die Flüge für ihre Saisonkräfte organisieren. Unterstützung erhalten sie von den Landesbauernverbänden. Eine Zuteilung oder Quotierung von Seiten des Deutschen Bauernverbandes ist explizit nicht vorgesehen.

Entscheidend ist, dass die mit dem Robert-Koch-Institut abgestimmten Vorgaben des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei der Einreise und auf den Höfen eingehalten werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Dazu gehören unter anderem ein Gesundheitscheck der Mitarbeiterinne und Mitarbeiter bei ihrer Einreise und eine Trennung von anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ersten 14 Tagen.

Informationen, Merkblätter und Checklisten für Betriebe sind auf dem Portal als Download hinterlegt. Ebenso Informationen für die Saisonarbeiter in den Sprachen Deutsch, Bulgarisch, Ungarisch, Russisch und Rumänisch.

Die Webseite wurde in Zusammenarbeit mit den beteiligten Ministerien und der Bundespolizei erstellt und entspricht den strengen Vorgaben der DSGVO.

Fast jede zweite Messstelle mit gravierenden Mängeln

Landvolk fordert grundlegende Überprüfung des NitratMessnetzes

L P D – Das Landvolk Niedersachsen sieht sich in seiner Kritik an dem Messstellennetz zur Beurteilung der Grundwasserqualität bestärkt. Fast jede zweite Messstelle weist gravierende Mängel auf. Dieses Ergebnis hat ein Fachgutachten des Büros Hydor Consult mit Sitz in Berlin ergeben.

„Die Ergebnisse sind aus unserer Sicht erschreckend und bestärken uns in unserer Kritik an dem bisherigen System“, fasst Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke zusammen. Das Gutachten belegt Mängel an den bautechnischen Zuständen zahlreicher Messstellen, deren gesamtes Netz wird als wenig repräsentativ eingestuft und eignet sich somit nicht zur Festlegung der sogenannten „Roten Gebiete“. „Das Landvolk fordert eine grundlegende Überprüfung der Messstellen sowie einen Neuzuschnitt des gesamten Messnetzes und daraus resultierend eine fundierte Überarbeitung der Gebietsausweisung“, fasst Schulte to Brinke die aus dem Gutachten resultierenden Forderungen des Landvolkes zusammen. „Die Ergebnisse des Fachgutachtes liefern uns gute Argumente für die Klage gegen die erneute Änderung der Düngeverordnung“, sagt Schulte to Brinke.

Das Gutachten hat 41 Grundwasserkörper hinsichtlich ihres Zuschnittes mit den zugehörigen Typflächen/Teilräumen analysiert. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die geringe Dichte der Messstellen in den Grundwasserkörpern nicht repräsentativ ist. Die ausgewiesenen Messstellen bilden nicht die reale Landnutzung ab. Das unterirdische Fließverhalten des Grundwassers wird zudem bei der Abgrenzung der Grundwasserkörper nicht ausreichend beachtet. 648 Messstellen wurden konkret auf ihre Qualität überprüft, parallel dazu die auf Grundlage dieser Messstellen beruhende Zustandsbeschreibung der Grundwasserkörper nach EU-Recht. 190 der 648 überprüften Messstellen weisen gravierende Mängel auf, beispielsweise in den bautechnischen Anforderungen. An weiteren 194 Messstellen belegt das Gutachten noch geringe Mängel. In 264 Fällen ist die Dokumentation der Ausbaupläne der Messstellen für eine Bewertung unzureichend, deshalb sind belastbare Aussagen zur Nitratbelastung dieser Messstellen nicht möglich. Hydor hat dazu eine Vielzahl von Parametern entlang der Messstellen abgeprüft. Schließlich sieht das Fachgutachten nach einem Vergleich der Messstellennetze europäischer Nachbarländer und der Schweiz mit dem in Deutschland eine nachteilige Behandlung der deutschen Landwirte gegenüber den europäischen Kollegen.

Das von der Hydor in der Verantwortung von Dr. Stephan Hannappel erarbeitete Gutachten haben 23 Kreisverbände im Landvolk Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Landesgeschäftsstelle in Auftrag gegeben. Es trägt den Titel „Evaluierung der Einstufung von 41 Grundwasserkörpern in den schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat für den zweiten Bewirtschaftungsplan nach EG-WRRL in 2015 durch den NLWKN“. Die Ergebnisse wurden Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bereits vorab übermittelt. Im direkten Gespräch will das Landvolk seine Kritik gegenüber den beiden Ministern sowie dem NLWKN als zuständiger Fachbehörde gern erläutern. „Wir Landwirte stehen zu unserer Verantwortung für den Gewässerschutz“, sagt Schulte to Brinke. Dazu müssten gesicherte, glaubhafte und präzise Daten vorliegen. Gerade vor der großen Bedeutung, die dem Ergebnis jeder einzelnen Messstelle bei der Festlegung der Düngeauflagen in den so genannten „roten Gebieten“ zukomme, müsse deren Aussagekraft absolut unangreifbar sein. „Die Landwirte müssen sich darauf verlassen können, dass schlechte Messstellenwerte auch valide sind“, betont der Landvolkpräsident. Dem Messnetz komme eine Schlüsselfunktion im Rahmen des Wasserschutzes zu, die daraus abgeleiteten Maßnahmen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Flächen müssen daher sehr sorgfältig begründet sein.

„Tag des offenen Hofes“ auf 2021 verschoben

Das Corona-Virus hat das öffentliche Leben lahmgelegt: Veranstaltungen jeglicher Art finden zurzeit nicht statt. Der „Tag des offenen Hofes“ muss auch verschoben werden – und zwar um ein Jahr. Statt am 14. Juni 2020 soll er nun 2021 stattfinden – das haben die Landesbauernverbände gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband beschlossen. Der genaue Ersatztermin steht noch nicht fest.

Herzlichen Dank schon einmal an alle, die in diesem Jahr mitmachen wollten, um den Besucherinnen und Besuchern zu zeigen, wie Landwirtschaft heutzutage funktioniert. Wir hoffen daher auf rege Teilnahme für 2021 und wünschen allen, bis dahin gut durch diese Zeit zu kommen!

SuedLink: Alternativen südlich Seelze (Trassenkorridor-Segmente 427 und 428)

SuedLink – Höchstspannungsleitung Brunsbüttel bis Großgartach (Vorhaben 3), Abschnitt B (Scheeßel bis Bad Gandersheim/Seesen); Bundesfachplanung, Nachbeteiligung für die ernsthaft in Betracht kommenden Alternativen (Trassenkorridor – Segmente 427 und 428) südlich Seelze aus der Beteiligungsphase 2019

Das Verfahren zur Bundesfachplanung des SuedLink ist für den Abschnitt B, der unser Verbandsgebiet betrifft, noch nicht abgeschlossen. Aus der Beteiligungsphase zur Bundesfachplanung, die im Jahr 2019 gelaufen ist, haben sich zwei aus Sicht der Bundesnetzagentur und des Vorhabenträgers ernsthafte Alternativvarianten ergeben. Es handelt sich dabei um die als solche bezeichneten Alternativen 427 und 428. Den Verlauf dieser Trassenalternativen des SuedLink entnehmen Sie bitte den folgenden beiden Kartenausschnitten:

Alternative 427

Alternative 428

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Alternative 427 zunächst Richtung Südwesten, Lathwehren und von dort in Richtung Südosten über Göxe und Ditterke und schließlich nördlich von Gehrden verläuft. Die Alternative 428 verläuft westlich von Almhorst zunächst in südliche Richtung gegen Göxe und verschwenkt auf Höhe Göxe in Richtung Südosten nach Ditterke und wiederum nördlich in die Gemarkung Gehrden.

Sofern Sie als Bewirtschafter bzw. Bewirtschafterin oder als Eigentümer bzw. Eigentümerin von den Alternativtrassen betroffen sein sollten, so haben Sie seit dem 09.03.2020 bis zum 08.05.2020 Gelegenheit, dagegen Einwendungen zu erheben.

Die Einwendungen sind über einen der folgenden Wege an die Bundesnetzagentur zu richten:

–      elektronisch vorzugsweise per Online-Formular

(Link unter www.netzausbau.de/beteiligung3-b)

–      schriftlich an die Bundesnetzagentur, Referat 804, Postfach 8001, 53105 Bonn (Betreff: Vorhaben 3, Abschnitt B, TKS427 und 428)

Auch werden bei der auslegenden Stelle Einwendungen zur Niederschrift angenommen. Auslegende Stellen sind die Bundesnetzagentur in Bonn (die Adresse teilen wir gerne auf Anfrage mit) oder die Stadt Seelze, Rathausplatz 1, 30926 Seelze (Mo, Di, Do 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 15.00, Mi 8.30 bis 12.00 und 13.30 bis 17.30, Fr 8.30 bis 12.00).

Die vollständigen Planungsunterlagen zu den beiden Alternativ-Varianten finden Sie im Internet unter

www.netzausbau.de/beteiligung3-b

Dort unter der Karteikarte „Status“.

Sofern Sie zu der Thematik Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Für Fragen und zur Vorbereitung einer Stellungnahme zu den beiden Alternativvarianten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Informationen zu Corona und Landwirtschaft

Fragen und Antworten zu Corona und Landwirtschaft finden Sie hier im Papier des Deutschen Bauernverbandes:

DBV Coronavirus Fragen und Antworten

Informationen zur Corona-Soforthilfe für Landwirte:

https://www.bauernverband.de/topartikel/corona-soforthilfe

Informationen auf den Seiten des Landesverbandes:

https://landvolk.net/agrarpolitikartikel/24709/