Aktuelles zum SuedLink

Wir informieren über den aktuellen Stand in Sachen Leitungsnetzausbau SuedLink :

1. Nach wie vor ist die Bundesfachplanung, also das Raumordnungsverfahren, zur Festlegung des einen Kilometer breiten Trassenkorridors in dem uns betreffenden Abschnitt B noch nicht abgeschlossen. Aufgrund einer Vielzahl von Einwendungen und verschiedener Alternativplanungen hat es bis Anfang November 2020 noch Nachbeteiligungen gegeben. Mit einer Entscheidung in der Bundesfachplanung ist frühestens im ersten Quartal 2021 zu rechnen. Unmittelbar anschließen wird sich dann das Planfeststellungsverfahren, in dem der genaue Leitungsverlauf festgelegt werden soll.

2. Wie unsererseits von Anfang an gefordert, wird TenneT nunmehr die Auswirkungen der Erdverkabelung auch in unserem Verbandsgebiet testen. Derzeit sucht das beauftragte Ingenieursbüro entsprechende Testflächen. Ziel ist es, die Auswirkungen der Erwärmung auf Sandböden bzw. auch auf schweren Böden zu erforschen. Nach unserer Kenntnis steht das Ingenieursbüro derzeit bereits im Austausch mit Landwirten, die bereit wären, Testflächen zur Verfügung zu stellen.

3. TenneT ist außerdem bereit, unsere Forderung nach strengem Bodenschutz zu erfüllen, und wir erwarten, dass Erkenntnisse aus dem Leitungsbauvorhaben Wahle-Mecklar Eingang in das Leitungsbauvorhaben SuedLink finden werden. Etwaige Schwachstellen im Bundesfachplanungskonzept sind zwingend im Planfeststellungsverfahren auszubessern. Auch ein neutrales Monitoring der Folgeschäden muss gewährleistet sein.

4. Bezüglich unserer Forderung eines fairen Nachteilsausgleichs für die vom SuedLink später betroffenen Grundstückseigentümer und die betroffenen Bewirtschafter wird es Anfang Dezember 2020 auf Bundesebene weitere Verhandlungen mit TenneT und TransnetBW geben. An diesen wird unser Vorsitzender Dr. Holger Hennies für Niedersachsen und unser Verbandsgebiet teilnehmen und dabei mit den Leitungsnetzbetreibern über Konditionen des Leitungsbaus, aber auch über mögliche Modelle eines fairen Nachteilsausgleichs verhandeln.

Da sich die gesamte Bundesfachplanung schon um mindestens ein Jahr verzögert hat, werden wir TenneT und TransnetBW weiterhin auffordern, die berechtigten Interessen der Landwirte und Flächeneigentümer noch stärker zu berücksichtigen. Auch die Politik sollte wahrnehmen, dass das 2019 beschlossene Netzausbaubeschleunigungsgesetz bisher wenig zur Befriedung und zur Beschleunigung beigetragen hat.

Sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne in unserer Geschäftsstelle Ahlem unter 0511-400 787 0.

Wahlen beim Landvolk Niedersachsen

L P D – Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke stellt sich am 3. Dezember 2020 nicht mehr zur Wahl für das Amt des Präsidenten des niedersächsischen Landesbauernverbandes. Dr. Holger Hennies, Vizepräsident und Vorsitzender des Landvolks Hannover, und Jörn Ehlers, ebenfalls Vizepräsident und Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden, bewerben sich um die Nachfolge. Vizepräsident bleiben möchte der Vorsitzende des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land, Ulrich Löhr. Als neuer Vizepräsident kandidiert Manfred Tannen; er ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland.

Hier ein Überblick über alle Bewerber: https://landvolk.net/lpdartikel/kandidaten-fuer-das-praesidium-stellen-sich-vor/

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fachartikel der SVLFG: Kontrolliert fällen und weg vom Baum

SVFLG wertete Unfälle bei Baumfällung aus

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) untersuchte in einer Sondererhebung die durch Baumfällungen verursachten Unfälle und kam zum Ergebnis, dass hierbei die Kontrolle während der Fällung und der Abstand zum fallenden Baum entscheidend sind.

Sondererhebungen zum Unfallgeschehen dienen dem Zweck, ausgesuchte Fragestellungen zum Unfallhergang und zu den Rahmenbedingungen näher zu beleuchten. Bei Fällarbeiten mit der Motorsäge ereignen sich über zwei Drittel der tödlichen Unfälle im forstlichen Versichertenkreis der SVLFG. Ein Jahr lang, von August 2018 bis August 2019, wurden daher die Forstunfälle gezielt untersucht, um so Informationen zur bestehenden und zur zukünftigen Präventionsarbeit zu bekommen.

Hohes Unfallpotential in Süddeutschland

Die 459 Unfälle wurden mittels Fragebogen von den Präventionsmitarbeitern der SVLFG im Zuge ihrer Unfallermittlungen erfasst. Dabei zeigte sich eine Übereinstimmung mit dem bisher bekannten Unfallgeschehen und -aufkommen bei motormanuellen Fällarbeiten – sowohl in den einzelnen Versichertengruppen als auch im jeweiligen Bundesland. Rund drei Viertel der Unfälle wurden in Bayern (48 Prozent), Baden-Württemberg (23 Prozent) und Nordrhein-Westfahlen (8 Prozent) verzeichnet. Dies spiegelt auch die Besitz- und Betriebsstruktur in Deutschland wider.

Die Sondererhebung umfasste Unternehmen der Landwirtschaft mit Wald (36 Prozent), Privatwälder ohne Landwirtschaft (33 Prozent), Kommunalwälder (20 Prozent) und forsttechnische Dienstleister (10 Prozent). Die Unfälle erlitten größtenteils die Unternehmer mit Waldbesitz (38 Prozent) und mitarbeitende Familienangehörige (21 Prozent). 30 Prozent der Unfälle betrafen Beschäftigte von Kommunen, forsttechnischen Dienstleistern sowie anderen versicherten Forstbetrieben. Diese Zahlen bestätigen einmal mehr das hohe Unfallgeschehen im Kleinprivatwald.

Fortschritt bei Schutzausrüstung und Werkzeug

Was die Ausrüstung betrifft, sind entgegen der Erfahrungen in der Vergangenheit gravierende Mängel mittlerweile eher die Ausnahme. Lediglich bei zehn Prozent der Unfälle wurde keine vollständige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen. Bei weiteren zehn Prozent entsprach die getragene PSA nicht den Vorgaben bzw. sie war ungeeignet. Dies betraf überwiegend Sicherheitsschuhe ohne Schnittschutz, ablegereife Schnittschutzhosen und Helme.

Dieses erfreuliche Ergebnis setzte sich beim Werkzeug fort: Keile, Äxte bzw. Spalthammer und Wendehilfen waren fast immer – zu 80 bis 90 Prozent – mit dabei. Auch die Motorsägen waren zum großen Teil neueren Baujahrs. Fast zwei Drittel (64 Prozent) waren jünger als fünf Jahre und „nur“ 15 Prozent waren älter als zehn Jahre.

Viel Routine – wenig Qualifizierung

Bereits mehr als zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit der Motorsäge zu haben gaben über 70 Prozent der Verletzten an. Motorsägenlehrgänge hatten 88 Prozent der Verunfallten absolviert. Jedoch handelte es sich hierbei in über der Hälfte der Fälle, nämlich 54 Prozent, um ein- bis zweitägige Lehrgänge, also um eine vergleichsweise begrenzte Qualifikation.

Privatwald hat Qualifizierung nötig

Bei den versicherten Beschäftigten sind gelernte Forstwirte mit 86 Prozent vertreten. Insgesamt lag die letzte Qualifizierung bei rund 40 Prozent von ihnen weiter als zehn Jahre zurück. Insbesondere im Privatwald sind – abgesehen von den gelernten Forstwirten – der Umfang und das Datum der letzten Qualifikation an der Motorsäge verbesserungswürdig, da sich die Arbeitssicherheit im Forst in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat – Stichwort
Sicherheitsfälltechnik.

Unfallgegenstand Baum(teile)

Untersucht man die Unfälle genauer auf ihre Gemeinsamkeiten, ist festzustellen, dass „unkontrolliert bewegte Baumteile“ die typischen unfallverursachenden Gegenstände bei der motormanuellen Fällung sind. Im Zeitraum der Sondererhebung wurde in 80 Prozent der Unfälle die verletzte Person vom Baum oder Teilen davon getroffen. Die restlichen 20 Prozent waren Sturzunfälle oder standen im direkten Zusammenhang mit der Motorsäge (sechs Prozent Schnittverletzungen) und den Werkzeugen. Hinsichtlich der Bäume zeigte sich, dass jeweils zur Hälfte Nadel- und Laubholz (51,4 und 48,6 Prozent) bei den Unfällen vertreten waren. 45 Prozent von ihnen waren gesund, 34 Prozent hingegen geschädigt oder abgestorben und 21 Prozent war Käferholz.

Zu nah am Baum

Betrachtet man den Unfallort, ist die Nähe zum Baum auffällig. 76 Prozent der Unfälle ereigneten sich im Abstand von unter sechs Metern zum zu fällenden Baum. In diesem Nahbereich um den Baum wurde der Motorsägenführer vom Stamm (38 Prozent), vom zurückschleudernden oder nachfallenden Ast (19 Prozent) oder von einem herabfallenden Ast oder  Kronenteil (26 Prozent) verletzt. Hiervon waren die in ihrem Wald arbeitenden Unternehmer gleichermaßen betroffen wie die ausgebildeten Forstwirte. Wenn es bei der motormanuellen Fällarbeit zu einem Unfall kommt, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit hier. Dabei kommen Mängel bei der fachlichen, handwerklichen Arbeitsweise zum Tragen, die zum Kontrollverlust über den Baum führen mit den Folgen:

  • Aufreißen des Stammes
  • Abrutschen, Abdrehen vom Stock
  • Herumschlagen, vorzeitiger sowie unkontrollierter Fall des Baumes

Das Ausblenden dieser Unfallrisiken im Laufe der Zeit durch die fehlende Unfallerfahrung zeigt sich in:

  • Schneiden, wenn der Baum bereits fällt
  • Zu geringes Rückweichen, wenn der Baum fällt
  • Einsatz von Schlagkeilen bei geschädigten Bäumen

Fazit

Wie die Sondererhebung verdeutlicht, tragen die Versicherten im Privatwald mit rund 60 Prozent den größten Anteil am Unfallgeschehen und verfügen zudem am wenigsten über eine entsprechende Qualifizierung. Auch haben die Verletzten oft langjährige Erfahrung mit der Baumfällung.

Bei den Unfällen zeigt sich deutlich, dass unabhängig von der Qualifizierung, also auch bei den ausgebildeten Forstwirten, sich die Verunglückten zu nah am Baum aufhielten. Das fachkundige Zufallbringen des Baumes, gefolgt von einem angemessenen Zurückweichen sobald der Baum beginnt, sich zu bewegen, ist hierbei von entscheidender Bedeutung für eine unfallfreie, sichere Fällarbeit.

Unfälle verhüten

Arbeiten an forsttechnische Dienstleistungsunternehmen (Forstunternehmer) zu vergeben oder forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen beizutreten sowie Maßnahmen zum Beispiel über Waldpflegeverträge zu vergeben, verhüten Unfälle im Privatwald. Dies ist am wirksamsten, denn die notwendige Übungsschwelle lässt sich beim Arbeiten in Eigenregie aufgrund des geringen Umfanges kaum erreichen. Die Wirkung eines Motorsägenlehrgangs droht schnell zu verpuffen.

Ungeachtet dessen ist für die motormanuelle Fällung eine (Nach-/Wiederholungs-)Schulung im Umgang mit der Motorsäge und insbesondere zu der Sicherheitsfälltechnik und der seilwindenunterstützten Fällung Dreh- und Angelpunkt für eine sichere Fällarbeit. Beide Verfahren, sofern fachgerecht praktiziert, erlauben den erforderlichen Abstand zum zu fällenden Baum.

Die SVLFG formulierte für die Wald- und Forstarbeit bereits in den letzten Jahren die Präventionsmottos „Du bestimmst, wann dein Baum fällt“ sowie „Weg vom Baum – Entfernung vor Richtung“, deren Relevanz durch die Sondererhebung jetzt bestätigt wird.

 

Klaus Klugmann, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau

Fotos: SVLFG

Foto_1_Baumbeurteilung: Alles beginnt mit der Baumbeurteilung und der Frage: Wohin soll und kann der Baum fallen?

Foto_2_Fernauslösung: Sichere Fällung mittels Fällkeil per Fernauslösung

Foto_3_Rückweiche: Je näher am Baum, desto höher die Unfallgefahr

 

 

Foto_6_Stockbeurteilung: Am Stockbild ist zu erkennen, ob die Sicherheitsfälltechnik richtig umgesetzt wurde.

Foto_5_Sicherheitsfälltechnik: Noch ein letzter Schnitt, dann kann der Baum fallen.

Foto_4_Sicherheitsband: Nachdem das Sicherheitsband durchtrennt wurde sofort zum Rückweicheplatz zu begeben!

Die SVLFG informiert: Schutz vor Corona bei Gesellschaftsjagden

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) informiert darüber, worauf Jagdherren und Jagdleiter bei der Ausrichtung von Gesellschaftsjagden neben den üblichen Sicherheitsvorkehrungen achten müssen.

Bei der Planung und Durchführung von Gesellschaftsjagden sind grundsätzlich die aktuellen Coronabestimmungen der einzelnen Länder wie auch die örtliche Entwicklung der Pandemie zu berücksichtigen. Die Landesjagdverbände haben Empfehlungen zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen Corona veröffentlicht. Die folgenden Empfehlungen sind eine Hilfestellung für den verantwortlichen Jagdherren.

Planung
Der Veranstalter einer Gesellschaftsjagd ist verpflichtet, ein Hygienekonzept zu erstellen. Schon mit der Einladung werden die Jagdteilnehmer über die Hygienemaßnahmen informiert. Müssen für die Veranstaltung Unterlagen ausgetauscht werden, wie zum Beispiel zur Jagdscheinkontrolle, sollte dies im Vorfeld per E-Mail oder Fax erfolgen. Ebenso können die Sicherheitsbelehrung inklusive Freigabe sowie deren Bestätigung durch die Jagdteilnehmer vorab digital erfolgen. Kostenbeiträge sollten nach Möglichkeit bargeldlos erfolgen. Zur Verfolgung möglicher Infektionsketten hat der Verantwortliche die Kontaktdaten der Jagdteilnehmer zu erfassen. Die Dauer zur Aufbewahrung dieser Daten wird von den Ländern vorgegeben. Sie liegt meist bei drei bis vier Wochen.

Jagdablauf
Die Begrüßung und Einweisung sollte an einem geeigneten Ort im Freien stattfinden und auf das Wesentliche beschränkt werden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Schützen, Jagdhelfer und Hundeführer können sich aus Platzgründen getrennt oder zeitlich versetzt treffen. Gegebenenfalls bietet sich die Bildung von Teilgruppen an, die sich an unterschiedlichen Orten zusammenfinden. Eine eindeutige und nachvollziehbare Jagdleitung ist dabei sicherzustellen. Sofern möglich fahren die Schützen mit ihren eigenen Fahrzeugen zu ihren Ständen. Bei unvermeidbaren Sammelfahrten sind von allen mitfahrenden Personen Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen.

Ende der Jagd
Im Sinne einer zeitlich möglichst kurzen Zusammenkunft der Jagdbeteiligten sollte auf das Streckelegen und die Bruchübergabe verzichtet werden. Das Streckeverblasen sollte, wenn überhaupt, im Freien unter Einhaltung der empfohlenen Mindestabstände stattfinden. Die Verpflegung der Jagdbeteiligten erfolgt eigenverantwortlich, um Kontakte während der Mahlzeiten oder bei der Ausgabe von Speisen und Getränken zu vermeiden. Gastronomische Angebote können nach der Jagd unter Wahrung der für die Gastronomie geltenden Regelungen wahrgenommen werden.

Weitere Informationen online
Die regionalen Präventions-Ansprechpartner der SVLFG informieren bei Bedarf gerne telefonisch (www.svlfg.de/ansprechpartner-praevention). Allgemeine Informationen zur sicheren Jagd bietet die SVLFG online unter www.svlfg.de/jagd . Informationen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie, die vor allem Versicherte der SVLFG betreffen, gibt es unter www.svlfg.de/corona-uebersicht.

LKK zahlt Prämie bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen

Die SVLFG informiert in ihrer Pressemitteilung vom 7. August 2020:

Mitglieder der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) können eine Prämie beantragen, wenn sie im abgelaufenen Kalenderjahr länger als drei Kalendermonate dort versichert waren und keine Leistungen für sich und ihre über 18 Jahre alten mitversicherten Angehörigen in diesem Kalenderjahr beansprucht haben.
Die Prämie beträgt ein Zwölftel der im Kalenderjahr gezahlten Beiträge. Wer für 2020 eine Prämie in 2021 erhalten möchte, muss dies der LKK bis zum 30. September 2020 schriftlich mitteilen. Diese Frist gilt jedoch nur für diejenigen, die bisher noch keine Teilnahmeerklärung abgegeben haben. Wurde in 2019 bereits eine solche eingereicht, so verlängert sich diese automatisch um ein Jahr, sofern sie nicht gekündigt wurde. Das Formular hierfür – falls noch keine Teilnahme beantragt wurde – kann im Internet abgerufen werden unter www.svlfg.de/mediencenter.
Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen können weiterhin erfolgen, ohne dass die Prämie entfällt. Dazu gehören unter anderem Leistungen der Primärprävention, zur Verhütung von Zahnkrankheiten, bei Schwangerschaft und Mutterschaft oder zur Früherkennung von Krankheiten (zum Beispiel Krebsvorsorge oder Herz-Kreislauf-Check-up) sowie Schutzimpfungen oder Kindervorsorgeuntersuchungen. Mitversicherte Kinder unter 18 Jahren sind komplett ausgenommen, das heißt, der Kinderarztbesuch schmälert die Prämie nicht. Der Antrag ist ein Jahr lang bindend. Er kann vom Mitglied mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf eines Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Ansonsten verlängert er sich jeweils um ein weiteres Jahr.

Aktuelles aus der Agrarförderung und Düngeverordnung

1. Die Nutzung von öVF-Brachen (NC 062) zur Futtergewinnung kann ab sofort beantragt werden.
Ab sofort kann ein Antrag auf Nutzung von öVF-Brachen (062) gestellt werden. Eine Nutzung ist jedoch erst nach dem Zeitraum der Anbaudiversifizierung ab 16.07.2020 und der erteilten Genehmigung durch die LWK möglich. Weitere Informationen und den Antrag finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/19/article/34455.html , Webcode: 01035612

2. Modifikationsantrag öVF Zwischenfrucht
Bitte überprüfen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben zur Zwischenfrucht für die ökologische Vorrangfläche. Sollten sich Änderungen ergeben haben, denken Sie an den Modifikationsantrag. Dieser muss bis 1.10. gestellt werden. In diesem Jahr erfolgt die Änderung erstmalig in ANDI (https://sla.niedersachsen.de/andi-web/#/login). Die Funktion wird demnächst freigeschaltet.

3. Umgang mit Brachflächen
Aus der Erzeugung genommene Ackerflächen mit der Codierung 590/591 sowie Feldrandstreifen mit dem ÖVF-Code 058 dürfen vom 01.04. bis 30.06. des jeweiligen Antragsjahres nicht gemäht, gemulcht oder zerkleinert werden. Ab dem 01.07. ist das Mähen aus Sicht der Agrarförderung erlaubt, unter Berücksichtigung der Brut- und Setzzeit (01.04. bis 15.07.) allerdings erst ab dem 16.07. möglich. Die Bodenbearbeitung für die unmittelbar anschließende Aussaat einer Winterkultur ist ab dem 01.08. erlaubt. Die Aussaat einer Sommerung kann ab dem 01.01. des Folgejahres erfolgen. Anders ist dies bei Ackerflächen mit der Codierung 594/595 (einjährige bzw. mehrjährige Honigbrache). Im Zeitraum vom 01.10. bis 15.11. des Antragsjahres ist das Mähen und Zerkleinern zulässig. Bei mehrjährigen Honigbrachen darf dieses aber erst im zweiten Jahr nach Anlage erfolgen. Die einjährige Honigbrache darf ab dem 01.10. bearbeitet bzw. umgebrochen werden, wenn eine Winterung folgt. Folgt eine Sommerung, ist dieses erst ab dem 01.01. des Folgejahres erlaubt.
Bei Abschluss von Maßnahmen im Rahmen unseres Biodiversitätsprojektes mit der Region Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege können die oben genannten Fristen abweichen, hierzu beachten Sie bitte die im Vertrag stehenden Auflagen des Bewirtschafters.

4. Herbstdüngebedarfsermittlung
Mit Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung am 1. Mai 2020 sind weitere einschränkende Vorgaben für die Bemessung der Herbstdüngung zu beachten. Die grundsätzlichen Vorgaben des Vorjahres bleiben bestehen. Die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland beginnt weiterhin mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Abweichend von diesem Grundsatz dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoffdünger bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss.
Neu ist die Regelung der Anrechnung des Stickstoffs aus der Herbstdüngung zu Wintergerste oder Winterraps auf den N-Düngebedarf im folgenden Frühjahr. Hierbei ist die Menge an verfügbarem Stickstoff, die nach Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 1. Oktober zu Winterraps oder Wintergerste aufgebracht wurde, vom N-Düngebedarf im Frühjahr abzuziehen.
Ab August kann der Herbstdüngebedarf mithilfe von ENNI (https://www2.meldeprogramm-niedersachsen.de/ENNI_LWKNDS_PR/Anmeldung.xhtml) ermittelt werden.
Weitere Informationen und Beispielrechnungen zur Anrechnung von verschiedenen organischen Düngern finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/96/nav/2207/article/35781.html, Webcode: 01036991

5. Dokumentation der Düngungsmaßnahmen gemäß § 10 Absatz 2 DüVo
Die Novellierung der Düngeverordnung ist seit dem 30.04.2020 in Kraft. Seitdem ist der Betriebsinhaber gemäß § 10 Absatz 2 verpflichtet, spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme diese zu dokumentieren. Um dieser Pflicht nachzukommen, stellt die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine EXCEL-Anwendung als Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese ist keine Pflichtanwendung. Sollte ein vorhandenes Programm z.B. Ackerschlagkartei auf dem Betrieb bereits die Vorgaben der Aufzeichnungspflicht gem. § 10 (2) DüVo erfüllen, kann dieses selbstverständlich zur Dokumentation herangezogen werden. Die Excel-Anwendung finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/duengebehoerde/nav/2207/article/35715.html, Webcode: 01036923

6. Agrardiesel
Am 30.09.2020 läuft die Frist für die Steuerentlastung (Agrardieselantrag für das Verbrauchsjahr 2019) ab. Antragseingänge nach dem 30.09. führen ausnahmslos zur Ablehnung. Der Poststempel reicht nicht aus! Das Formular 1142 (vereinfachter Antrag) bzw. 1140 (bei Änderungen bezüglich Betriebsart, Personenkreis oder auch bei Fahrzeugen/Maschinen erforderlich) ist ausreichend. https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Energie/Steuerbeguenstigung/Steuerentlastung/Betriebe-Land-Forstwirtschaft/Antragsverfahren/antragsverfahren.html

Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gerne an unsere Berater!

Dorothee Möller, Montag bis Mittwoch, 0511/400787-28, moeller@landvolk-hannover.de
Alexander Burgdorf, Dienstag bis Donnerstag, 0511/400787-17, burgdorf@landvolk-hannover.de

Regionserntefest 2020

In diesem Jahr wollten das Landvolk Hannover und die Landjugend Wedemark gemeinsam das „Regionserntefest“ ausrichten. Da die Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Vorschriften und Maßnahmen noch völlig offen sind und nicht abgeschätzt werden können, wird das Regionserntefest in seiner ursprünglich geplanten Form in diesem Jahr nicht stattfinden, sondern verschoben auf Sonntag, 12. September 2021.

Alternativ zur geplanten Großveranstaltung möchten wir dennoch die diesjährige Ernte feiern: Mit einem Erntedankgottesdienst am 4. Oktober 2020 in Elze, um dort der Region Hannover die Erntekrone zu überreichen. Weitere Details folgen zu gegebener Zeit.

Für mehr biologische Vielfalt: Lerchenfenster in Negenborn  

Biodiversitätsprojekt von Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege

Hannover/Wedemark. Durch ihren Gesang gelten die Feldlerchen als die Frühlingsboten schlechthin. Doch mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand der optisch eher unauffälligen Vögel rückläufig. Für ihren Bruterfolg sind sie auf offene Stellen in Getreidefeldern angewiesen. In Negenborn unterstützt die Landwirtsfamilie Heins den „Vogel des Jahres 2019“ bei der Aufzucht des Nachwuchses und der Nahrungssuche: Auf insgesamt rund 5.000 Quadratmeter Fläche unterblieb in diesem Jahr die Aussaat.

„Die entstandenen Freiflächen im Acker, auf denen dann Wildkräuter wachsen, nutzen die Vögel als Landebahn und zur Nahrungssuche, ihr Nest haben sie im angrenzenden Bestand“, erläutert Günter Wendland, Leiter des Teams Naturschutz Ost der Region Hannover, die Funktion der so genannten „Lerchenfenster“. Die Bruthilfe in der Wedemark gehört zu einem Biodiversitätsprojekt, das die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen gemeinsam entwickelt haben.

„Die Situation der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft hat sich deutlich verschlechtert, besonders stark betroffen sind Vögel und Insekten. Aber auch Grünland, Wiesen und Weiden stehen unter Druck und mit ihnen viele gefährdete Arten der Farn- und Blütenpflanzen“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, Sonja Papenfuß: „Nur mit einem besonderen Engagement der Landwirte kann das Ziel erreicht werden, den Schutz, den Erhalt und die Pflege der Arten und Ökosysteme zu gewährleisten. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind.“

Als Entgelt für die Leistungen der Landwirte stellt die Region Hannover in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung. Auf rund 250 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche können so eine Reihe ganz unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden: Neben Fenstern für Brutvögel gehören dazu auch Blühflächen mit Honigtracht – 10.000 Quadratmeter hat die Familie Heins auf ihren Flächen eingesät – oder die Extensivierung von Grünland. 150 Betriebe in der Region beteiligen sich in diesem Jahr.

Dr. Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolks Hannover: „Die große Resonanz zeigt deutlich, dass Landwirte in unserer Region bereit sind, Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe zu betreiben, um die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern.“  Profitieren sollen dabei neben den heimischen Feldvögeln auch Insekten, Feldhamster und Hasen.

Weiterer Partner im Biodiversitätsprojekt ist die Stiftung Kulturlandpflege: Sie hat in den über 20 Jahren ihres Bestehens mehr als 200 Naturschutzprojekte in Niedersachsen koordiniert und unterstützt. Schwerpunkt ist die Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in Kooperation mit der Landwirtschaft. Da in Negenborn schon im letzten Jahr Feldlerchen zu hören waren, freut sich Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, über die 2020 fortgesetzte Beteiligung des Betriebs der Familie Heins: „Die Brutvogelinseln wurden speziell für Feldlerchen angelegt. Es wäre toll, wenn eine Feldlerche auch in dieser Saison durch ihren Gesang die Wirksamkeit der Maßnahme bestätigen würde.“

Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen. Der Betrieb in Negenborn jedenfalls wäre auch im nächsten Jahr gerne wieder mit dabei. Christine Heins, Landwirtin und Tochter des Betriebsleiters Joachim Heins: „Das Biodiversitätsprogramm fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern zeichnet sich auch durch einen verhältnismäßig geringen bürokratischen Aufwand aus. So können Landwirte ihre Maßnahmen flexibel und kurzfristig gestalten und haben außerdem hier in der Region ihre Ansprechpartner vor Ort.“


 

„Der Niedersächsische Weg“

Der „Niedersächsische Weg“ ist eine Vereinbarung zwischen Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landesregierung und den Umweltverbänden Nabu und BUND über Maßnahmen zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Der Abschluss der Vereinbarung steht noch aus, den aktuellen Entwurf finden Sie hier zum Download: Der Niedersächsische Weg

Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke hat sich dazu in einem Schreiben an alle Landwirtinnen und Landwirte gewandt. Seine Erläuterungen finden Sie hier zum Download: Präsidentenschreiben Der Niedersächsische Weg

Weitere Informationen finden sich auf folgenden Seiten:

www.niedersaechsischer-weg.de (Landvolk Niedersachsen),

www.niedersachsen.de/niedersaechsischer-weg (Land Niedersachsen)

www.artenretter-niedersachsen.de (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz)

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/der-niedersachsische-weg-188638.html (Niedersächsisches Ministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

 

Über den aktuellen Stand (26.08.2020) informiert das Landvolk-Präsidium hier:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Hier ein Statement von Vizepräsident Holger Hennies:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Website für Anmeldung von Saisonarbeitern aus Osteuropa

Webseite https://saisonarbeit2020.bauernverband.de freigeschaltet

Auf dem Portal  https://saisonarbeit2020.bauernverband.de müssen landwirtschaftliche Betriebe die Registrierung und Anmeldung ihrer Saisonarbeitskräfte für die Monate April und Mai 2020 vornehmen. Dieses Portal und das mit der Bundesregierung vereinbarte Anmeldeverfahren sind ausschließlich für Betriebe der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus sowie für deren Saisonarbeitskräfte vorgesehen.

Zunächst muss sich der Betrieb online auf dem Portal registrieren und kann dann seine Saisonarbeitskräfte mit konkreten Einreisedaten anmelden. Diese Daten werden der Bundespolizei für die Einreise gemeldet. Zuvor müssen die landwirtschaftlichen Betriebe selbstständig die Flüge für ihre Saisonkräfte organisieren. Unterstützung erhalten sie von den Landesbauernverbänden. Eine Zuteilung oder Quotierung von Seiten des Deutschen Bauernverbandes ist explizit nicht vorgesehen.

Entscheidend ist, dass die mit dem Robert-Koch-Institut abgestimmten Vorgaben des Bundesinnenministeriums und des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei der Einreise und auf den Höfen eingehalten werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Dazu gehören unter anderem ein Gesundheitscheck der Mitarbeiterinne und Mitarbeiter bei ihrer Einreise und eine Trennung von anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den ersten 14 Tagen.

Informationen, Merkblätter und Checklisten für Betriebe sind auf dem Portal als Download hinterlegt. Ebenso Informationen für die Saisonarbeiter in den Sprachen Deutsch, Bulgarisch, Ungarisch, Russisch und Rumänisch.

Die Webseite wurde in Zusammenarbeit mit den beteiligten Ministerien und der Bundespolizei erstellt und entspricht den strengen Vorgaben der DSGVO.