Sockenball, Feldberegung, Hofübergabe, Chile: Termine des Arbeitskreises junger Landwirte im Altkreis Burgdorf

Montag 28.01.2019 um 19:00 Uhr in Immensen, Gasthaus Scheuer

Themen: „Feldberegnung vor dem Hintergrund des Jahres 2018 – Wie wird es weitergehen?“ (Referent: Ekkehard Fricke, LWK) und „Technische Möglichkeiten und Neuheiten zur Verbesserung der Beregnungsintensität“ (Referent: Joachim Michel, Raindancer)

 

Samstag 09.02.2019 ab 21:00 Uhr in Immensen, Gasthaus Scheuer: Sockenball – Tanzen auf Socken – wie früher

Wir holen die Kultparty zurück nach Immensen. Es wird wie früher nur auf Socken getanzt. Am Eingang werden die Schuhe abgegeben. Der Eintritt beträgt 5€ und mit Verkleidung 4 €. Es wird gemischte Musik gespielt, damit jeder seinen Spaß hat! Es gibt auch einen Raucherraum und leckere Snacks, zubereitet vom Scheuers Hof.

 

Montag, 11.02.2019 um 19:00 Uhr in Immensen, Gasthaus Scheuer (gemeinsame Veranstaltung mit den LandFrauen)

Thema: „Chile – ein Blick in das Land und die Kultur“ (Referentin: Franka Pribbernow)
Ein Bericht von Franka Pribbernow über ihr Auslandsjahr in Chile und wie sie das Land, die Leute und ihre Geschichte erfahren durfte

 

Dienstag 05.03.2019 um 19:00 Uhr in Immensen, Gasthaus Scheuer

Thema: „Wie kann die Hofübergabe erfolgreich gestaltet werden?“ (Referentin: Wiebke Müller, LWK Niedersachsen, Sozioökonomische Beratung)
Der Stabwechsel von der einen zur nächsten Generation ist Herausforderung und Chance für die Betriebe gleichermaßen. Mit der Übergabe des Betriebes in die nächste Generation werden wesentliche Weichen gestellt. Deshalb gilt es sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und das Ganze als Prozess anzuerkennen. In dem interaktiven Vortrag geht es um die erbrechtlichen, finanziellen und menschlichen Aspekte bei einer Hofübergabe.

Gäste sind herzlich willkommen!

Jahresrückblick

Liebe Mitglieder,

ein außergewöhnliches Jahr 2018 ist vorüber. Auf den Betrieben und in den Familien sind die Auswirkungen noch nicht in Gänze aufgearbeitet. Wir alle hatten im Frühjahr noch die Nässe des vorvergangenen Jahres im Bewusstsein. Als es dann Ende März aufhörte zu regnen und bis weit in den September hinein so gut wie gar kein Niederschlag mehr fallen wollte, wurden in immer mehr Gebieten der Region die Auswirkungen der extremen Dürre sichtbar. Hofften viele Betriebsleiter Ende Juni zumindest noch auf eine gute Hackfruchternte, war Anfang August auch hier die Hoffnung einer Resignation gewichen. So heterogen die Böden in der Region Hannover sind, so unterschiedlich sind auch die finanziellen Auswirkungen auf den einzelnen Betrieben. Im Süden unseres Verbandsgebietes sind die Ertragseinbußen noch am geringsten gewesen, obwohl die Erträge auch hier unterhalb des langjährigen Durchschnitts lagen. Bessere Getreidepreise und hohe Zuckergehalte konnten die Mindererträge teilweise kompensieren. Im östlichen und nördlichen Bereich haben viele Betriebe nur durch intensivste Beregnung ein Desaster bei den Erträgen auf den Feldern verhindern können. Erkauft wurde dies mit einer enorm hohen Arbeitsbelastung und sehr hohen Kosten. In den westlichen Regionen wurden teilweise nur 30 Prozent der sonst üblichen Grundfuttermengen für die Milchkühe geerntet, und diese mit sehr schlechten Inhaltsstoffen. Angesäte Zwischenfrüchte konnten sich durch die Hitze kaum entwickeln, so dass es immer deutlicher wird, dass die gesicherte Grundfutterversorgung in vielen Betrieben eine große Herausforderung wird.
Im politischen Bereich stehen in diesem Jahr vielfältige Themen zur Diskussion und Entscheidung an. Die Debatte um die zukünftige Ausgestaltung der GAP nach 2020 wird zunehmend schärfer und der Druck auf die Direktzahlungen der ersten Säule nimmt stetig zu. zu. Unsere Position ist hier sehr klar und unverrückbar: Eine starke und verlässliche erste Säule stellt für viele Betriebe nach wie vor das finanzielle Grundfundament dar. Die Neuordnung der Grundsteuer auf Bundesebene geht in die entscheidende Phase. Wir müssen aufpassen, dass die Landeigentümer nicht die Verlierer dieser Reform werden.
Nach wie vor ist die Umsetzung der Düngeverordnung für sehr viele Betriebe eine große Herausforderung. Unstrittig ist für uns das Ziel, die Grundwasserbelastung durch Nährstoffeinträge zu minimieren. Jeder Landwirt ist hier gefordert, die notwendigen Düngungsmaßnahmen gewissenhaft durchzuführen. Es ist uns aber auch sehr deutlich bewusst, dass gerade die Betriebe, die Lagerraum für Gülle, Mist oder Silage schaffen müssen, diesen Kraftakt alleine nicht stemmen können. Neben dem Baurecht besteht das Problem der Kosten für die Erstellung von Siloplatten o.ä. für die Betriebe, die oft nicht aufzubringen oder zu erwirtschaften sind. Wenn die Politik die jetzigen Strukturen erhalten will, kann sie nicht nur Veränderungen bei Baumaßnahmen fordern, sondern hat die Umsetzung mit Fördermitteln zu ermöglichen. Dies der Politik überzeugend klar zu machen, ist eine unsere Hauptaufgaben in diesem Jahr.
Im Pflanzenbau bereitet uns zunehmend die restriktive Zulassungspolitik von Pflanzenschutzmitteln Sorge. In der Öffentlichkeit haben wir die Diskussion zu lange den NGOs und Gegnern chemischer Mittel überlassen. In diesem Frühjahr wird ein landesweiter Aktionstag zum Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel stattfinden, bei dem auch die Vor- und Nachteile eines Pflanzenschutzmittelverzichtes zur Diskussion gestellt werden.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der dazugehörige Leitungsausbau stellt einen Paradigmenwechsel im Stromtrassenbau dar: Die konsequente Erdverkabelung bedeutet einen noch nie dagewesenen Eingriff in unsere Böden. Je deutlicher die drohenden Einschränkungen und Verbote in der Bewirtschaftung unserer Böden sichtbar werden, desto klarer müssen wir unsere Forderungen nach einer anderen Art des finanziellen Ausgleichs offensiv vertreten. Unser aller Aufgabe ist es, dies bei jeder Gelegenheit von der Politik einzufordern.
Die Zusammenarbeit mit der Region Hannover ist sehr positiv. Die Regionsversammlung hat der Verdopplung der Mittel für Maßnahmen im Projekt Biodiversität auf 300.000 Euro zugestimmt. Dies ist für uns Ansporn und Herausforderung gleichermaßen. Wir wollen dies Projekt gemeinsam mit Ihnen zu einem Erfolg machen. Bitte prüfen Sie, ob die Teilnahme an diesen Maßnahmen auch für Ihren Betrieb in Frage kommt. Als zweites Projekt haben wir gemeinsam mit den Landfrauen und der Region das Bildungsangebot „Lernort Bauernhof“ entwickelt und bieten Grundschulen in der Region Hannover dreitägige Klassenfahrten mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Umweltbildung und Ernährung an. Das Pilotprojekt findet in der Wedemark statt und wird von der Region Hannover gefördert, eine Ausweitung des Bildungsangebotes auf weitere Jugendherbergen und Betriebe in der Region ist bereits geplant.
Liebe Mitglieder, nutzen Sie die Bezirksversammlungen, sich kritisch und konstruktiv in die Verbandsarbeit einzubringen. Uns ist sehr wohl bewusst, dass viele Betriebsleiter das neue Jahr 2019 mit großer Unsicherheit beginnen. Lassen Sie uns gerade in diesen nicht einfachen Zeiten als Berufsstand zusammenstehen und uns nicht spalten lassen, egal ob groß, klein, konventionell oder ökologisch wirtschaftend. Wir als Vorstand sowie die Geschäftsführung stehen Ihnen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2019 und hoffen, Sie auf unseren Bezirksversammlungen begrüßen zu können.

Alle Termine finden Sie hier.

Wegfall der Hofabgabeklausel

Wir möchten Sie auf die Informationen des Deutschen Bauernverbandes zu den Auswirkungen des Wegfalls der Hofabgabeklausel hinweisen. Bereits jetzt ist es möglich, auch ohne den Hof abgeben zu müssen, Altersrentenleistungen der Landwirtschaftlichen Alterskasse zu beziehen. Da im Zuge der zum neuen Jahr in Kraft tretenden Gesetzesreform diverse rechtliche Verschlechterungen bei „Neurenten“ eingeführt werden, um einer zentralen Forderung der Gegner der Hofabgabeklausel Geltung zu verschaffen, nämlich als Rentner so gestellt zu werden „wie normale Arbeitnehmer“, raten wir Ihnen dringend, zu überprüfen, ob für Sie bereits heute ein Rentenbeginn in Betracht kommt, wenn Sie die Voraussetzungen (ausreichende Beitragszeiten / Wartezeiten und Altersgrenze) erfüllen. So wird für neue Renten beispielsweise der Zuschlag abgeschafft und es werden vorzeitige Altersrenten künftig einkommensabhängig sein. Spätestens müsste ein Rentenantrag Ende März 2019 gestellt werden. Dann könnten die Renten noch mit Beginn ab dem 01.09.2018 beansprucht werden, sofern seinerzeit schon die übrigen Voraussetzungen (Wartezeit, Alter / Erwerbsminderung) erfüllt gewesen sind.

Wenn die Sache für Sie relevant ist oder Sie Fragen zu der Thematik haben, sprechen Sie bitte unseren Rechtsanwalt Torsten Nordmann unter 0511-400 787 0 unbedingt und zeitnah an, damit wir einen Beratungstermin verabreden können!

Informationen finden Sie in der Präsentation des Deutschen Bauernverbandes.

Aktionstag „SuedLink heizt ein – wir glühen vor“

Unter dem Motto „SuedLink heizt ein – wir glühen vor“ fand am 22. November ein landesweiter Aktionstag statt, an dem wir uns mit einem Standort in Schwüblingsen beteiligt haben, um die Auswirkungen des Erdkabelvorrangs zu veranschaulichen und auf die Notwendigkeit der Berücksichtigung land- und forstwirtschaftlicher Belange bei der Trassenfindung und dem Planfeststellungsverfahren hinzuweisen.

Landwirte vor Ort zeigten Ausmaß und Verlauf der Trasse und luden alle Interessierten zu einem Dioalg ein.

„Echt Grün“ auf der infa in Hannover

Auf der infa in Hannover, Deutschlands größter Erlebnis- und Einkaufsmesse, präsentierten wir uns zum ersten Mal mit „Echt grün“. Im Rahmen des Themenwochenendes „infa regional“, das in diesem Jahr am 20. und 21. Oktober Premiere feierte, nutzten wir die Gelegenheit, unsere Initiative bekannt zu machen und mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.
In der Markthalle bot die „infa regional“ ein vielfältiges Programm rund um Regionalität. Neben Informationsständen und Direktvermarktern haben wir unsere beliebten Give-aways verteilt und waren Ansprechpartner für die Themen Landwirtschaft und Nahrungsmittel.

Achtung! Betrug unter dem Vorwand des Datenschutzes

Unter dem Namen „Datenschutzauskunft-Zentrale“ werden derzeit offenbar Schreiben an Vereine und Kleingewerbetreibende verschickt. Diese Schreiben erwecken den Anschein, es handele sich dabei um behördliche Schreiben. Zweck sei die „Erfassung“ von Gewerbebetrieben zum „Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Vertragsangebot. Wird das dem Schreiben beiliegende Formular, welches zudem mit einer Fristsetzung versehen ist, unterschrieben zurückgesendet, soll ein Vertrag mit dreijähriger Laufzeit und einem jährlichen Entgelt in Höhe von 498,- Euro zzgl. Umsatzsteuer zustande kommen, der von den wenigsten Adressaten dieses Schreibens gewollt ist, geschweige denn benötigt wird.

Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist sehr wichtig. Ein Vertrag mit der „Datenschutzauskunft-Zentrale“ ist dafür aber nicht notwendig. Bitte prüfen Sie Ihre Posteingänge sorgfältig und beachten eine besondere Sorgfalt, wenn es darum geht, Formulare unterschrieben per Fax zu versenden.

Auf derartige Schreiben wie dem oben beschriebenen sollte nicht reagiert werden. Bei Fragen zu diesem Thema oder in Zweifelsfällen beraten wir Sie selbstverständlich gern. Ansprechpartner ist Herr Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) Nordmann.

Regionserntefest und Kreisleistungspflügen in Vinnhorst

Mehr als 2.000 Besucherinnen uund Besucher kamen am Sonntag, den 30. September 2018 zum Regionserntefest auf den Hof Baumgarte in Vinnhorst.

Im Anschluss an den Gottesdienst nahm die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck die von den Landfrauen gebundene Erntekrone in Empfang. Auf dem Hof wartete dann ein informatives und unterhaltsames Familienprogramm auf die Gäste, darunter Feldrundfahrten, eine Ausstellung alter und neuer Landmaschinen, Voltigiervorführungen auf dem Außenreitplatz, Landfrauencafé und Flohmarkt, verschiedene Handwerke sowie Wissenswertes zu Bodenproben und Düngung. Viele Aktionen für Kinder und ein großes kulinarisches Angebot rundeten das Programm ab. Parallel zum Regionserntefest fand auf einem hofnahen Feld das diesjährige Kreisleistungspflügen statt, bei dem sich die landwirtschaftlichen Auszubildenden im Dreh- und Beetpflügen messen konnten.

Grundfutterbörse für schnelle Hilfe bei Futtermangel

Landwirtschaftskammer Niedersachsen und landwirtschaftliche Beratungsorganisationen organisieren als Grünes Zentrum einen digitalen Marktplatz für landwirtschaftliche Betriebe

Die seit Monaten andauernde Trockenheit und die sommerliche Hitze haben in Niedersachsen dazu geführt, dass viele landwirtschaftliche Betriebe beim Anbau von Grundfutter wie Gras- und Maissilage mit gravierenden Einbußen zurechtkommen müssen. Um in den kommenden Monaten einer Lücke in der Futterversorgung der Tiere vorzubeugen, hat die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen gemeinsam mit den im Grünen Zentrum Niedersachsen zusammengeschlossenen Beratungsorganisationen kurzfristig eine Grundfutterbörse im Internet organisiert. Dies teilten die beteiligten Organisationen am Dienstag (7. August) mit.

„Die Weiden sind braun, die Futtervorräte weitgehend aufgebraucht, beim Mais drohen jetzt auch noch hohe Trockenschäden“, schildert Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke die mittlerweile dramatische Situation der Landwirtschaft in großen Teilen Niedersachsens. Immer mehr Betriebe bräuchten kurzfristige Informationen darüber, woher und zu welchen Konditionen sie Grundfutter wie Grassilage für ihre Tiere beschaffen könnten.

„Als Beratungsträger greifen wir diesen Informations- und Austauschbedarf der Landwirte auf und wollen in dieser für Futterbaubetriebe und Tierhalter sehr schwierigen Zeit schnell und unbürokratisch helfen“, betont Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Deswegen stellen wir die technische Plattform für eine Grundfutterbörse zu Verfügung, auf der Anbieter und Suchende in wenigen Schritten schnell zusammenfinden.“

Unter www.lwk-niedersachsen.de/marktportal (nur Desktop- und Tablet-Version) können Betriebe aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern, die mehr Grundfutter produzieren als sie selbst verbrauchen, ihre verfügbaren Mengen an Grassilage oder Heu ab sofort denjenigen Betriebsleitern anbieten, die für ihre Tiere auf der Suche nach Grundfutter sind. Die Eingabe von Angeboten sowie auch von Gesuchen ist kostenfrei. Anbieter und Nachfrager müssen sich dazu lediglich beim Marktportal registrieren, einloggen und dann die grundlegenden Angaben wie Futterart, Menge, Verfügbarkeit und Kontaktmöglichkeit eingeben.

Per Mail oder Telefon können sich die Landwirte daraufhin im direkten Kontakt miteinander schnell über einen möglichen Handel einig werden. Angebote und Gesuche werden nach spätestens vier Wochen gelöscht.

„In den zurückliegenden Wochen haben sich immer mehr Landwirte mit der Frage an uns gewandt, wie sie unter diesen widrigen Bedingungen denn noch ihre Herde gut versorgen sollen“, berichtet Dirk Albers. Der LWK-Berater für Rinderhaltung und Rinderfütterung im LWK-Geschäftsbereich Landwirtschaft gehört zu den Initiatoren der neuen Börse. „Wer Futter anbietet, sollte Angaben zur Qualität, etwa zum Trockensubstanzgehalt, nicht vergessen, damit potenzielle Käufer mit einem Blick feststellen können, ob das Angebot in ihren Fütterungsplan passt“, rät Albers.

Im Grünen Zentrum Niedersachsen sind die LWK, das Landvolk Niedersachsen, die AG Landberatung, die Arbeitsgemeinschaft der Beratungsringe Weser-Ems und der Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen zusammengeschlossen. Dort tauschen sie sich über gemeinsame Fachthemen und Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Beratung aus und bieten an verschiedenen Standorten in Niedersachsen gemeinsam Beratungs- und Dienstleistungsangebote an.

(Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Blühstreifen und Lerchenfenster: Für mehr biologische Vielfalt in der regionalen Agrarlandschaft

Gemeinsames Projekt von Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege startet

Blühstreifen, auf die Bienen und Hummeln fliegen, Stoppelbrachen als Futterquelle für Feldhamster oder Altgrasstreifen als Lebensraum für Feldhasen und Wiesenvögel: Um dem Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft entgegenzuwirken, haben die Region Hannover, das Landvolk Hannover und die Stiftung Kulturlandpflege ein gemeinsames Projekt verabredet: In Zusammenarbeit mit rund 90 landwirtschaftlichen Betrieben aus der ganzen Region werden auf fast 120 Hektar eine ganze Reihe unterschiedlicher Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Von der Region Hannover fließen hierfür Fördermittel. Auf dem Hof der Familie Schmidt-Nordmeier in Langenhagen wurde das Projekt Anfang Juli vorgestellt. Auf den Ackerflächen des Betriebes in Krähenwinkel sind Blühflächen mit Honigtracht, Feldlerchenfenster und Rebhuhnstreifen angelegt worden.

„Die Situation der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft hat sich deutlich verschlechtert, besonders stark betroffen sind Vögel und Insekten. Aber auch Grünland, Wiesen und Weiden stehen unter Druck und mit ihnen viele gefährdete Arten der Farn- und Blütenpflanzen“, sagte die Umweltdezernentin der Region Hannover, Christine Karasch: „Nur mit einem besonderes Engagement der Landwirte kann das Ziel erreicht werden, den Schutz, den Erhalt und die Pflege der Arten und Ökosysteme zu gewährleisten. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig für unsere Partner sind. Hierfür stellt die Region Hannover im laufenden Jahr 150.000 Euro als Entgelt für die Leistungen der Landwirte zur Verfügung.“

„Die Verbesserung der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft ist eine aktuell drängende Aufgabe“, betonte auch der Vorsitzende des Landvolks Hannover, Dr. Holger Hennies: „Das Biodiversitätsprojekt von Region Hannover, Landvolk Hannover und Stiftung Kulturlandpflege soll dazu beitragen, die Biodiversität in der Agrarlandschaft in der Region Hannover in Kooperation mit den regionalen landwirtschaftlichen Betrieben zu fördern und zu verbessern. Entstanden ist die Idee aus der gemeinsamen Überzeugung, dass ein Vertragsnaturschutz auf Augenhöhe ein geeignetes Instrument ist, die Artenvielfalt in der Region Hannover zu fördern“.
Ziel ist die Umsetzung von unterschiedlichen Biodiversitätsmaßnahmen auf möglichst vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Profitieren sollen dabei unter anderem die heimischen Feldvögel, Insekten, Feldhamster und Hasen.

Innerhalb kürzester Zeit konnte das Landvolk Hannover rund 90 Betriebe in der Region für das gemeinsame Vorhaben begeistern, so dass es heute auf mehr als 120 Hektar landwirtschaftlicher Betriebsfläche kreucht und fleucht, blüht und summt.
Mit Hilfe der Stiftung Kulturlandpflege wurde eine Fülle von Maßnahmen entwickelt, mit denen sich die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft verbessern lässt, beispielsweise die Anlage von Blühstreifen, Feldvogelinseln, Staffelmahd auf Grünlandflächen oder Maßnahmen für den Feldhamster. Es sind im Einzelnen:

• Blühstreifen und Blühflächen zur Förderung von Insekten
• Brachestreifen auf mageren Standorten, vorrangig an Gewässer- und Waldrändern, zur Förderung von Feldvögeln und Insekten
• Stoppelbrache in der Feldhamsterkulisse der Region Hannover zur Förderung des Feldhamsters
• Rebhuhnstreifen unter Nichterntung von Weizen zur Förderung des Rebhuhns
• Anlage von Feldlerchenfenstern in Getreide zur Förderung der Feldlerche
• Anlage von Erbsenflächen innerhalb von Raps-, Mais-, Rüben- und Getreidekulturen zur Förderung von Feldlerchen und Schafstelzen
• Grünlandextensivierung (Altgrasstreifen) zur Förderung von Feldhase und Wiesenvögeln
• Grünlandextensivierung (Staffelmahd) zur Förderung der Wiesenvögel

„Nachdem die Regionsversammlung im späten Winter die Freigabe von Mitteln für das Biodiversitätsprojekt beschlossen hatte, war es ein Wettlauf mit der Zeit, die Maßnahmen noch im laufenden Anbaujahr auf die Fläche zu bringen“, beschreibt Björn Rohloff, Projektkoordinator und stellvertretender Geschäftsführer bei der Stiftung Kulturlandpflege, die gemeinsame Arbeit der vergangenen Wochen. „Die große Herausforderung konnte auch deswegen gemeistert werden, weil die Stiftung Kulturlandpflege über langjährige Erfahrung im Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft verfügt und alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben.“ Die Stiftung übernehme zugleich die Dokumentation der Naturschutzmaßnahmen und Ergebnisse.
Die hohe Beteiligung belegt die Bereitschaft und das Engagement der Landwirte für den Naturschutz, betont das Landvolk Hannover. Für Landvolk und Stiftung ist es Ziel und Herausforderung zugleich, den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft dauerhaft in der Region zu etablieren und auszubauen, indem weitere Landwirte für das Projekt gewonnen werden.

„Das Projekt wollen wir in den nächsten Jahren fortsetzen“, kündigte Dezernentin Karasch an: „Darüber hinaus werden wir prüfen, ob es Möglichkeiten zur Finanzierung im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt, zum Beispiel im Aktionsprogramm Insektenschutz, gibt.“

Landwirtschaft zum Anfassen bei der WIG Gewerbeschau auf dem Rittergut Bredenbeck

Premiere in Bredenbeck: Am ersten Juni-Wochenende fand die Wennigser Gewerbeschau erstmals auf dem Rittergut Bredenbeck statt. 8.500 Gäste kamen zu der zweitägigen Veranstaltung vor landwirtschaftlicher Kulisse, wo 90 Austeller eindrucksvoll die Wirtschaft und Landwirtschaft in Wennigsen repräsentierten.

Zahlreiche Landwirte, das Landvolk Hannover und die Mitarbeiter des Ritterguts Bredenbeck boten während der Schau verschiedene landwirtschaftliche Aktivitäten für Groß und Klein an: Etwa 400 Besucher nutzten die Möglichkeit, ihren Kindheitstraum vom Treckerfahren in die Tat umzusetzen. Rund 700 Gäste ergatterten einen der begehrten Plätze auf einer der 38 Planwagentouren durch die Bredenbecker Feldmark. Während der einstündigen Touren informierten Landwirte über die verschiedenen Feldfrüchte, Pflanzen- oder Naturschutz und standen den Passagieren zu allen Fragen rund um Landwirtschaft Rede und Antwort. Die kleinen Besucher erfreuten sich am Trettraktorparcour oder bauten mit der Freiherr Knigge´schen Forstverwaltung einen von hundert Nistkästen zusammen. Für Natur- und Wanderfreunde wurden insgesamt sechs zweistündige Wanderungen, begleitet von einem Förster, durch die Knigge´sche Forst angeboten. Reißenden Absatz fanden dabei Wildsalami, Wildmettwurst und Wildschweinschinken aus dem eigenen Forstbetrieb. Im Ausstellerzelt warben die Mitarbeiter des RuheForstes Deister für die Außenaktionen von Land- und Forstwirtschaft.