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„Rote Gebiete“: Neue Fachkarten zur Ausweisung „roter Gebiete“

Aktuelle Pressemitteilung des LBEG vom 01.04.2021:

„Durch die bevorstehende Neufassung der Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) werden in Niedersachsen die nitratsensiblen Gebiete, die sogenannten roten Gebiete, neu ausgewiesen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ist die zuständige Fachbehörde für die Emissionsbewertung.
Die landesweite Einstufung der nitratsensiblen Gebiete ist bereits seit einiger Zeit auf dem LEA-Portal des Servicezentrums Landentwicklung und Agrarförderung (SLA) einzusehen.
Die von den Gebietsausweisungen betroffenen Landwirte und weitere Interessenten wünschen sich eine genaue Darstellung der Grundlagen, die für die Bewertung herangezogen werden. „Uns haben in den vergangenen Wochen sehr viele Anfragen erreicht, welche Grundlagen zur Einstufung einzelner Feldblöcke in die Kategorie rot oder grün geführt haben“, erklärt Dr. Knut Meyer, Fachexperte des LBEG für Landwirtschaft und Bodenmonitoring. Binnen kürzester Zeit haben die LBEG-Mitarbeiter dabei eine Vielzahl von Daten ausgewertet und in neuen Themenkarten auf dem NIBIS®-Kartenserver bereitgestellt. „Mit der Veröffentlichung dieser Fachinformationen wollen wir einen Beitrag für eine transparente Nachvollziehbarkeit der Emissionsbewertung leisten“, sagt Knut Meyer.
Die insgesamt fünf neuen Themenkarten bieten folgende Fachinformationen:
· Stickstoffflächenbilanzsaldo je Feldblock
· Medianwert der Deposition je Feldblock
· Medianwert der Denitrifikation je Feldblock
· Medianwert der Sickerwasserrate je Feldblock
· Medianwert der potenziellen Nitratkonzentration je Feldblock
 
Die neuen Themenkarten sind im NIBIS®-Kartenserver zu finden unter: Landwirtschaft -> Emissionsrisiko für Nitrat gem. AVV §§ 7-9″

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie unter: https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/das-lbeg-erweitert-sein-informationsangebot-im-nibis-r-kartenserver-neue-fachkarten-zur-ausweisung-roter-gebiete-199138.html

 

Information vom 15.03.2021: Vorstellung der neuen Kulisse der nitratsensiblen Gebiete in Niedersachsen

Am 15.03.2021 ist in Hannover die neue Kulisse der nitratsensiblen Gebiete in Niedersachsen vorgestellt worden. Nach der Überarbeitung der Verordnung umfasst die Kulisse der mit Nitrat belasteten Gebiete nun eine Fläche von etwa 24,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens, statt 31 Prozent im ersten Entwurf. Auch für die Region Hannover bedeutet die neue Kulisse erhebliche Erleichterungen. Damit sind die wiederholt vorgetragenen Forderungen des Landvolks nach einer regionalisierten und differenzierten Betrachtung in einigen Teilgebieten der Region Hannover nach langwierigen und zähen Verhandlungen erfüllt worden. Im Laufe dieses Jahres sollen die restlichen Grundwasserteilkörper regionalisiert und die zweifelhaften Messstellen nachvollziehbar überprüft und bewertet werden. Auch die Zusatzauflagen des Landes konnten entschärft werden. Bei allen Mitgliedern, die unserem Aufruf gefolgt sind und den Ministerien ihre betriebliche Betroffenheit geschildert haben, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, möchten wir uns bedanken. Bitte beachten Sie: Bis zur Beschlussfassung des neuen Verordnungsentwurf durch das Kabinett, welche für April angestrebt wird, gelten die bereits bekannten Bundesrechtlichen Anforderungen gemäß §13a Abs. 2 und 3 DüV zusätzlich zu den Roten Gebieten auch in der Auffangskulisse (-20% N-Düngebedarf, Zwischenfruchtanbaugebot etc.). Die heutige Pressemitteilung der beiden Ministerien, auch mit Informationen zum weiteren Vorgehen, finden Sie unter: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/niedersachsen-kommt-bei-der-ausweisung-der-roten-gebiete-einen-wichtigen-schritt-voran-198422.html Das Statement des Landvolk-Präsidenten Dr. Holger Hennies finden Sie hier: https://landvolk.net/lpdartikel/rote-gebiete-landvolk-begruesst-einstieg-in-die-regionalisierung/ Auf dem Portal der Landentwicklung und Agrarförderung Niedersachsen können Sie die neue Gebietskulisse auf einer interaktiven Karte anschauen: https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/                                   Übersicht: Veränderung der Nitratkulisse von 16.12.20 bis 05.03.21 Für Rückfragen stehen Ihnen unsere Berater gerne zur Verfügung. Melden Sie sich dazu in unserer Geschäftsstelle unter 0511-400 787 0.

„Rote Gebiete“: Aktuelle Informationen

Auf Basis der im September im Bundesrat verabschiedeten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) weisen die Bundesländer derzeit die nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete neu aus. Das Kabinett hat im Dezember 2020 dem Entwurf der Ausweisung der nitrat- und phosphatsensiblen Gebiete in Niedersachsen zugestimmt. Die Neufassung der „Niedersächsischen Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat oder Phosphat (NDüngGewNPVO)“ befindet sich derzeit in der Verbandsbeteiligung. Die Verbandsbeteiligung dauert sechs Wochen. Anschließend werden die Stellungnahmen gesichtet und bewertet. Danach soll die Freigabe durch das Kabinett erneut eingeholt werden und anschließend kann die rechtskräftige Veröffentlichung der Verordnung erfolgen. Damit wird im März 2021 gerechnet.

Die Abgrenzung der nitratsensiblen Gebiete erfolgte in einem dreistufigen Verfahren, dem in den ersten beiden Schritten insbesondere die wasserwirtschaftliche Bewertung und die Messwerte der Grundwassermessstellen zugrunde lagen. Im dritten Schritt wurden Emissionsdaten berücksichtigt.

Für unsere Region bedeutet die geänderte Festlegung für die Betriebe im südlichen Bereich eine Befreiung aus den roten Gebieten, große Teile östlich des Leineverlaufs sind aber als rotes Gebiet neu ausgewiesen worden. Die Erläuterungen, wie die Landesregierung vorgegangen ist, können Sie den „Informationen zu den Roten Gebieten“ auf der Seite des ML entnehmen:

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/dungeverordnung-karten-fur-rote-gebiete-liegen-vor-195780.html

Für uns als Landvolkverband ist die Art und Weise der Gebietsabgrenzung in keiner Weise nachvollziehbar und bildet überhaupt nicht das tatsächliche Düngeverhalten des Einzelbetriebs ab. Ebenso liegt das Ergebnis der Messstellenüberprüfung durch das MU immer noch nicht vor. Durch die in der angehängten PDF-Datei dargestellte Vorgehensweise bleiben nahegelegene grüne Messtellen unberücksichtigt und werden von weiter weg liegenden roten Messstellen durch die Ausweisung großer Gebietskulissen überdeckt. Selbst das LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie), welches die Daten zum Denitrifikationspotenzial liefert, stuft das Verfahren als ungeeignet ein, da über das Meldeprogramm ENNI inzwischen eine wesentlich bessere und genauere Datengrundlage existiert.

Auf Landesebene werden wir demzufolge weiterhin gegen die Umsetzung der DüVo klagen und Sie dazu weiterhin auf dem Laufenden halten. Nichtsdestotrotz müssen wir Sie für Ihre aktuelle Düngeplanung über die zurzeit geltenden Regeln informieren:

Ab dem 01.01.2021 bis zum Inkrafttreten der neugefassten NDüngGewNPVO müssen in den in 2019 veröffentlichten „roten Gebieten“ und in einer sogenannten Auffangkulisse nach § 13a Abs. 4 DüV die folgenden sieben bundesrechtlich verpflichtenden Maßnahmen für nitratsensible Gebiete eingehalten werden:

  1. Reduktion der Stickstoffdüngung um 20 % bezogen auf den Ø der Betriebsflächen in den ausgewiesenen Gebieten,
  2. flächenscharfe Berechnung der 170 kg Norg/ha-Grenze,
  3. Verlängerung Sperrfrist N-Düngung auf GL um vier Wochen,
  4. Verlängerung Sperrfrist Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost,
  5. Herbstdüngung bei Zwischenfrüchten nur mit Futternutzung zulässig oder mit Festmist von Huf- und Klauentieren bis in Höhe von 120 kg Gesamt-N/ha und keine Herbstdüngung zu Wintergerste und Winterraps; Ausnahme für Winterraps bei Nachweis Nmin-Gehalt < 45 kg/ha,
  6. Düngerestriktion auf GL im Herbst ab dem 1. Sep. bis Beginn Sperrfrist auf 60 kg Gesamt-N/ha,
  7. verpflichtender Anbau einer Winterzwischenfrucht vor Sommerungen, die mit wesentlichen N-Mengen gedüngt werden sollen.

Weiterhin sieht der aktuelle Verordnungsentwurf folgende zusätzliche Maßnahmen vor:

  1. Einarbeitung von Dünger auf unbestelltem Ackerland innerhalb 1 Stunde,
  2. Verpflichtender Anbau einer Untersaat zu Mais mit einem Erntezeitpunkt nach dem 1.10., wenn auf den Flächen im Folgejahr eine Sommerung angebaut und diese gedüngt werden soll,
  3. um 10 Prozentpunkte höhere Mindestwerte für die Stickstoff-Ausnutzung aus organischen/organisch-mineralischen Düngemitteln zu Mais und Hackfrüchten, ausgenommen Kartoffeln,
  4. digitale Meldepflicht in Bezug auf Düngebedarf, Nährstoffeinsatz und die 170 kg N/ha-Obergrenze.

 

Die Übergangsgebietskulisse (Auffangkulisse nach § 13a Abs. 4 DüV + NDüngGewNPVO 2019) bis zum Inkrafttreten einer neuen Düngeverordnung kann ebenso wie die Lage der zukünftigen „roten“ Feldblöcke nach neuer Fassung (ENTWURF Neufassung NDüngGewNPVO) über das so genannte „LEA-Portal“ eingesehen werden. Das Portal kann unter https://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/LEA/ aufgerufen werden.

Bitte beachten: Auf der linken Seite sind unter dem Punkt „Ebenen“ folgende Häkchen bei „Düngeverordnung“ zur Darstellung der Übergangskulisse zu setzen:

  • „Düngeverordnung“
  • “ Auffangregelung nach § 13a (…) / „Gebiete nach § 13a Abs 4“ und
  • „NDüngGewNPVO“ / „Gebietskulisse Grundwasser“

 

Zu den phosphatsensiblen Gebieten:

Gemäß der DüV und AVV sind eutrophierte Gebiete (phosphatsensible Gebiete) auszuweisen. Zu bewerten sind dabei sowohl Fließgewässer als auch Seen. Die Oberflächengewässer sind nach den Kriterien signifikante Einträge aus der Landwirtschaft, Überschreitung der chemischen Umweltqualitätsnormen für Phosphor und Überschreitung von biologischen Qualitätsnormen (Makrophyten und Phythobenthos oder Phytoplankton) zu bewerten. Aufgrund fehlender Daten für Fließgewässer wurde derzeit in Niedersachsen nur die bekannte Seengebietskulisse ausgewiesen. Daher greift flächendeckend in Niedersachsen bis zur Ausweisung einer Fließgewässergebietskulisse die sogenannte Rückfallregelung. Das heißt, dass niedersachsenweit an allen Gewässern fünf statt vier Metern Abstand bei der Düngung einzuhalten sind. Bei vorhandener Grenzstreueinrichtung kann dieser Abstand auf 1 Meter verringert werden.

 Weiteres Vorgehen unter Beachtung der Düngeplanung und Düngung:

Bei der diesjährigen Düngung sind die o.g. 7 Punkte in der Übergangsgebietskulisse einzuhalten. Sofern es zu keiner Verabschiedung einer Neuausweisung der nitratsensiblen Gebiete kommt, würden für die gesamte Region Hannover die o.g. Düngungsbeschränkungen dann gelten.  Ab Inkrafttreten der Neuausweisung, wovon auszugehen ist, gelten „nur“ noch die Feldblöcke als rote Flächen, die im LEA Portal nach dem Setzen eines Häkchens bei „Entwurf Neufassung NDüngeGewNPVO“ erkennbar sind. Nach dem Inkrafttreten der Neuausweisung müssen für „grüne“ Flächen keine zusätzlichen Maßnahmen eingehalten werden. Somit kann nach Inkrafttreten der neuen Landesdüngeverordnung gegebenenfalls bei einzelnen Flächen nachgedüngt werden, die nicht in einem roten Feldblock gelegen sind.

Der Landesverband und die Kreisverbände werden sich an der Verbandsanhörung beteiligen, zumal die jetzige Abgrenzung der roten Flächen in vielen Bereichen nicht nachvollziehbar ist. Da der Bund und die Länder unter erheblichem Handlungsdruck stehen, wird wohl der jetzige Entwurf vom Kabinett beschlossen und nach Brüssel gemeldet werden.

Wie oben beschrieben, wird auf Landesebene daran gearbeitet, landwirtschaftliche Betriebe im Klageverfahren gegen die nds. Umsetzung der DüVo zu begleiten.

Bitte nutzen Sie unsere digitalen Winterveranstaltungen am 26.01., 27.01. bzw. 28.01., um sich über unsere Arbeit zu informieren und Fragen an das Ehren- und Hauptamt zu stellen.

Sofern Sie Ihre örtlichen Landtagsabgeordneten auf die Ausweisung der roten Gebiete ansprechen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf. 

Nährstoffvergleich 2020

Mit der Novellierung der Düngeverordnung vom 1. Mai 2020 ist die Pflicht zur Erstellung von Nährstoffvergleichen entfallen.
Weiterhin besteht die seit Jahren geltende sogenannte 170 N-Grenze (§6 (4) DüV), nach der im Betriebsdurchschnitt nicht mehr als 170 kg Gesamt-N je Hektar aus organischen und organisch-mineralischen Düngern ausgebracht werden dürfen.
Mit der neuen Düngeverordnung, die am 1. Mai in Kraft getreten ist, kommt folgende Änderung:

Flächen, auf denen eine Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern beschränkt ist (Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet etc.), sind bei der Berechnung der 170 N-Grenze zu berücksichtigen. Das schließt auch die Beweidung mit Nutztieren ein. Solange eine Beweidung ohne Einschränkung zulässig ist und der Betrieb Weidetiere hält, zählt eine Grünlandfläche zu 100 Prozent bei der 170 N-Grenze mit. Ist die Beweidung eingeschränkt, bspw. „max. 1 GV/ha“, muss diese Einschränkung in kg N umgerechnet werden. Bezüglich dieser Umrechnung entspricht eine GV 80 kg N.

Um dieser Dokumentationspflicht nachzukommen, empfehlen wir unseren Mitgliedern, weiterhin den Nährstoffvergleich zu erstellen. Wie in den vergangenen Jahren bieten wir Ihnen auch weiterhin die Erstellung des Nährstoffvergleiches an. Bei Interesse senden Sie uns bitte den ausgefüllten Erfassungsbogen für den Nährstoffvergleich zu. Sie finden ihn in unserem Download-Bereich und direkt hier: Nährstoffvergleich Erfassungsbogen 2019/2020

Aufgrund der aktuellen Lage sehen wir derzeit von Beratungsterminen ab.

Bitte beachten Sie: Sie als landwirtschaftlicher Betrieb sind mit der Novellierung der Düngeverordnung verpflichtet, jede Düngungsmaßnahme innerhalb von 2 Tagen aufzuzeichnen. Diese Angabe muss schlaggenau erfolgen und Sie müssen die Art, die Menge und die Nährstoffgehalte jedes aufgebrachten Düngers dokumentieren.

Bei Fragen stehen Ihnen in unserer Ahlemer Geschäftsstelle unsere Berater zur Verfügung:
Alexander Burgdorf, 0511-400 787 17, burgdorf@landvolk-hannover.de
Dorothee Möller, 0511-400 787 28, moeller@landvolk-hannover.de

Aktuelles aus der Agrarförderung und Düngeverordnung

1. Die Nutzung von öVF-Brachen (NC 062) zur Futtergewinnung kann ab sofort beantragt werden.
Ab sofort kann ein Antrag auf Nutzung von öVF-Brachen (062) gestellt werden. Eine Nutzung ist jedoch erst nach dem Zeitraum der Anbaudiversifizierung ab 16.07.2020 und der erteilten Genehmigung durch die LWK möglich. Weitere Informationen und den Antrag finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/19/article/34455.html , Webcode: 01035612

2. Modifikationsantrag öVF Zwischenfrucht
Bitte überprüfen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben zur Zwischenfrucht für die ökologische Vorrangfläche. Sollten sich Änderungen ergeben haben, denken Sie an den Modifikationsantrag. Dieser muss bis 1.10. gestellt werden. In diesem Jahr erfolgt die Änderung erstmalig in ANDI (https://sla.niedersachsen.de/andi-web/#/login). Die Funktion wird demnächst freigeschaltet.

3. Umgang mit Brachflächen
Aus der Erzeugung genommene Ackerflächen mit der Codierung 590/591 sowie Feldrandstreifen mit dem ÖVF-Code 058 dürfen vom 01.04. bis 30.06. des jeweiligen Antragsjahres nicht gemäht, gemulcht oder zerkleinert werden. Ab dem 01.07. ist das Mähen aus Sicht der Agrarförderung erlaubt, unter Berücksichtigung der Brut- und Setzzeit (01.04. bis 15.07.) allerdings erst ab dem 16.07. möglich. Die Bodenbearbeitung für die unmittelbar anschließende Aussaat einer Winterkultur ist ab dem 01.08. erlaubt. Die Aussaat einer Sommerung kann ab dem 01.01. des Folgejahres erfolgen. Anders ist dies bei Ackerflächen mit der Codierung 594/595 (einjährige bzw. mehrjährige Honigbrache). Im Zeitraum vom 01.10. bis 15.11. des Antragsjahres ist das Mähen und Zerkleinern zulässig. Bei mehrjährigen Honigbrachen darf dieses aber erst im zweiten Jahr nach Anlage erfolgen. Die einjährige Honigbrache darf ab dem 01.10. bearbeitet bzw. umgebrochen werden, wenn eine Winterung folgt. Folgt eine Sommerung, ist dieses erst ab dem 01.01. des Folgejahres erlaubt.
Bei Abschluss von Maßnahmen im Rahmen unseres Biodiversitätsprojektes mit der Region Hannover und der Stiftung Kulturlandpflege können die oben genannten Fristen abweichen, hierzu beachten Sie bitte die im Vertrag stehenden Auflagen des Bewirtschafters.

4. Herbstdüngebedarfsermittlung
Mit Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung am 1. Mai 2020 sind weitere einschränkende Vorgaben für die Bemessung der Herbstdüngung zu beachten. Die grundsätzlichen Vorgaben des Vorjahres bleiben bestehen. Die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland beginnt weiterhin mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Abweichend von diesem Grundsatz dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoffdünger bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss.
Neu ist die Regelung der Anrechnung des Stickstoffs aus der Herbstdüngung zu Wintergerste oder Winterraps auf den N-Düngebedarf im folgenden Frühjahr. Hierbei ist die Menge an verfügbarem Stickstoff, die nach Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 1. Oktober zu Winterraps oder Wintergerste aufgebracht wurde, vom N-Düngebedarf im Frühjahr abzuziehen.
Ab August kann der Herbstdüngebedarf mithilfe von ENNI (https://www2.meldeprogramm-niedersachsen.de/ENNI_LWKNDS_PR/Anmeldung.xhtml) ermittelt werden.
Weitere Informationen und Beispielrechnungen zur Anrechnung von verschiedenen organischen Düngern finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/96/nav/2207/article/35781.html, Webcode: 01036991

5. Dokumentation der Düngungsmaßnahmen gemäß § 10 Absatz 2 DüVo
Die Novellierung der Düngeverordnung ist seit dem 30.04.2020 in Kraft. Seitdem ist der Betriebsinhaber gemäß § 10 Absatz 2 verpflichtet, spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme diese zu dokumentieren. Um dieser Pflicht nachzukommen, stellt die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine EXCEL-Anwendung als Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese ist keine Pflichtanwendung. Sollte ein vorhandenes Programm z.B. Ackerschlagkartei auf dem Betrieb bereits die Vorgaben der Aufzeichnungspflicht gem. § 10 (2) DüVo erfüllen, kann dieses selbstverständlich zur Dokumentation herangezogen werden. Die Excel-Anwendung finden Sie unter https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/duengebehoerde/nav/2207/article/35715.html, Webcode: 01036923

6. Agrardiesel
Am 30.09.2020 läuft die Frist für die Steuerentlastung (Agrardieselantrag für das Verbrauchsjahr 2019) ab. Antragseingänge nach dem 30.09. führen ausnahmslos zur Ablehnung. Der Poststempel reicht nicht aus! Das Formular 1142 (vereinfachter Antrag) bzw. 1140 (bei Änderungen bezüglich Betriebsart, Personenkreis oder auch bei Fahrzeugen/Maschinen erforderlich) ist ausreichend. https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Energie/Steuerbeguenstigung/Steuerentlastung/Betriebe-Land-Forstwirtschaft/Antragsverfahren/antragsverfahren.html

Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gerne an unsere Berater!

Dorothee Möller, Montag bis Mittwoch, 0511/400787-28, moeller@landvolk-hannover.de
Alexander Burgdorf, Dienstag bis Donnerstag, 0511/400787-17, burgdorf@landvolk-hannover.de

Die neue Düngeverordnung (DüVO): Kompakt zusammengefasst!

Wie bereits aus der Fachpresse zu entnehmen war, ist am 2. Juni 2017 die neue DüVO in Kraft getreten. Aktuell stehen die bundeseinheitlichen Vorgaben fest. Die einzelnen Bundesländer erstellen die Durchführungsverordnungen. Die für Niedersachsen wichtigen Einschränkungen bzw. Änderungen, die dringend zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2017/18 bzw. nach der Ernte 2017 beachtet werden müssen, haben wir im Folgenden zusammengefasst:

 

A: Neue Sperrfristen für Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt
(organisch, organisch-mineralisch (z.B. Klärschlamm) und mineralisch):

  • Dezember – 15. Januar für Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost (Ausbringung unabhängig von Vor- und Hauptfrucht, aber nur, wenn ein Düngebedarf besteht)
  • Grünland, mehrjähriges Feldfutter: 1. November – 31. Januar
  • allgemein Ackerland: nach der Ernte – 31. Januar (Ausnahme: wenn N-Düngebedarf besteht, maximal bis 60 kg/ha Gesamt-N oder 30 kg Ammonium-N möglich:
    – bis 1. Oktober zu W-Raps, Zw-Früchte, Feldfutter (bei Aussaat bis 15.9.) oder zu W-Gerste nach Getreide (bei Aussaat bis 1.10.)
    – bis zum 1. Dezember zu Gemüse

 

B: Neue schriftliche Düngebedarfsermittlung

Vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen (gemeint sind 50 kg N oder 30 kg P2O5/ha) ist der Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag (Schlag-Nr. aus „ANDI-Anlage 1a“ verwenden) bzw. jede Bewirtschaftungseinheit schriftlich zu ermitteln, dies gilt auch für die anstehende Herbstdüngung. Die Düngebedarfsermittlung ist auf Verlangen den Prüfbehörden ab sofort in Schriftform vorzulegen.

Bei der N-Düngebedarfsermittlung müssen folgende Einflüsse berücksichtigt werden:

  • N-Bedarfswerte aus Tabellenwerten (der alte Begriff „N-Sollwert“ wird durch das Wort „Bedarfswert“ ersetzt)
  • Ertragsniveau des Betriebes im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
  • N-min Gehalt des Bodens (Richtwerte oder eigene Analysen) -> Ackerkulturen
  • Rohproteingehalt im Durchschnitt der letzten 3 Jahre -> Grünland
  • Humusgehalt des Bodens
  • Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres
    (10 % der im Vorjahr aus organischen Düngern ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
  • Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrucht
  • N-Düngemenge, die nach der letzten Nutzung im Vorjahr (d.h. im Herbst) ausgebracht wurde.

Bei der P-Düngebedarfsermittlung müssen Standort, Erträge und Qualität berücksichtigt werden. Ab einem Bodengehalt > 20 mg/100g Boden P2O5 ist eine Phosphatdüngung nur in Höhe der voraussichtlichen Abfuhr zulässig. Ziehen Sie aktuelle Bodenproben (P, K, Mg, pH-Wert). Die Bodenproben sind die Grundlage der Phosphatdüngung!

 

C: Nährstoffvergleich

Der Nährstoffvergleich (in der Regel Feld-Stall-Bilanz) muss nach wie vor bis zum 31.03. des Folgejahres vorliegen.

Ab 2018 sind voraussichtlich folgende Betriebe verpflichtet, eine sog. „Stoffstrombilanz“ (Hoftorbilanz) zu erstellen:

  • tierhaltende Betriebe mit > 50 GV oder > 30 ha und > 2,5 GV/ha
  • Biogasanlagen
  • tierhaltende Betriebe und gleichzeitiger Aufnahme von Wirtschaftsdüngern.

Die genauen Vorgaben zur Stoffstrombilanz sind aber noch nicht verabschiedet, hier kann es Änderungen geben, die wir abwarten müssen.

Stickstoffobergrenze für organische Dünger im Nährstoffvergleich:

Für organische Dünger besteht weiterhin die Obergrenze von 170 kg N/ha im Betriebsdurchschnitt. Neu ist, dass zukünftig alle organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, auch Gärreste zu 100 % in die Berechnung mit einfließen. Ausnahme Kompost: innerhalb von 3 Jahren max. 510 kg Gesamt-N/ha.

Der zulässige N-Überschuss (3 Jahresmittelwert) im Nährstoffvergleich verringert sich im Jahr 2018 von + 60 kg auf + 50 kg, bei Phosphat (6 Jahresmittelwert) von + 20 kg auf  + 10 kg (bei Überschreitung verpflichtende Teilnahme an einer anerkannten Düngeberatung).

 

D: Meldeprogramm Wirtschaftsdünger Niedersachsen

Neu ab Juli 2017: Meldepflicht spätestens 1 Monat nach Abschluss einer Lieferung (auch Aufnehmer müssen Empfang bestätigen). Nährstoffgehalte sind verpflichtend bei jeder Meldung anzugeben, Importe aus anderen Bundesländern sind ebenfalls zu melden.

 

Unser Beratungsangebot

Um den Herausforderungen der neuen Düngeverordnung gerecht zu werden, möchten wir Ihnen zukünftig zusätzlich zum Nährstoffvergleich die Erstellung der Düngebedarfsermittlung für Ihren Betrieb anbieten. Wenn Sie Interesse an dieser Beratung haben, melden Sie diesen bitte bei uns an. Für weitere Fragen steht Ihnen Alexander Burgdorf (0511/400787-17, burgdorf@landvolk-hannover.de) gerne zur Verfügung.

Hier gelangen Sie zu den Tabellen für die Düngebedarfsermittlung.